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Auffällig häufiger Xanthomonas-Befall

Probleme bereitete in der Poinsettien-Saison 2007 auffällig häufig der bakterielle Blattfleckenerreger Xanthomonas axonopodis pv. poinsettiicola, wie Rainer Wilke von Pflanzenschutzamt Bonn vor allem in Nordrhein-Westfalen beobachten konnte. Als wirksamste Vorbeugung und Bekämpfung dieses sehr wirtsspezifischen Bakteriums empfiehlt er vor allem ein Trockenhalten des Laubes: "Eine Verdunklung des gesamten Gewächshauses anstelle direkter Verdunklung sowie eine Bewässerung von unten, beispielsweise über Tropfer, kann mehr bewirken als eine chemische Behandlung, die den Befall sowieso nur oberflächlich abtötet", empfiehlt Wilke. Ein Trockenhalten des Substrates kann dagegen einem Befall mit den bodenbürtigen Schaderregern Pythium sp. und Phytophthora sp. (hier in der Regel Phytophthora nicotianae) vorbeugen, die laut Wilke mit verschiedenen Wirkstoffen bekämpft werden sollten. Präparate mit den Wirkstoffen Dimethomorph und Fosetyl (Aliette WG) wirken nur sehr schwach gegen Pythium sp., zeigen aber gute Bekämpfungserfolge gegen Phytophthora-Arten. Dagegen lasse sich mit dem Wirkstoff Propamocarb (Previcur N/Proplant ) speziell der Pilz Pythium sp. sehr gut bekämpfen. Fonganil Gold (Wirkstoff Metalaxyl ) zeigt erfahrungsgemäß sowohl gegen Pythium sp. als auch gegen Phytophthora sp. ausreichende Wirkungen.Einen guten Bekämpfungserfolg habe eine Kombination dieses Mittels mit dem Pflanzenstärkungsmittel Biplantol mycos in Versuchen gegen Phytophtora cactorum an Violen gezeigt. Das Bakterien-Präparat Rhizovital fl. hat sich im selben Versuch - als Gießbehandlung vorbeugend mit 40 Milligramm pro 100 Liter Wasser, Aufwand von zwei Litern pro Quadratmeter, dreimal gegossen - ebenfalls als gut wirksam erwiesen. Unter den tierischen Schaderregern bereitete in dieser Saison, neben den bekannten Weiße-Fliege-Arten, zunehmend vor allem die Kohlmottenschildlaus Aleurodes poletella Probleme. Als Bekämpfungsschema gegen Weiße Fliege empfiehlt Wilke direkt nach dem Topfen eine vorbeugende Plenum- oder Nomolt-Behandlung, solange die Pflanzen Topf-an-Topf stehen, den Einsatz von Encarsia formosa mit einem Tier auf ein bis drei Pflanzen und, ab dem Rücken, beispielsweise ebenfalls den Einsatz von Encarsia formosa oder eine chemische Behandlung, wobei die Blattunterseitenbenetzung entscheidend für den Bekämpfungserfolg ist.