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Aufmaß-App smart to plan: „Der Weg war lang und steinig”

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Mit „smart to plan“ geht eine neue App für den GaLaBau an den Start, die das Aufmessen von Außenbereichen digital erleichtern soll. Hinter der App steht der 40-Jährige Sascha Bohl, der seit 17 Jahren im Garten- und Landschaftsbau tätig ist und vor zehn Jahren die Meisterschule absolviert hat. Einzig eine Handykamera sowie die „smart to plan“-App werde benötigt, um korrekte Aufmaße von Außenbereichen zu erstellen. Nach einer ersten Beta-Version soll die Markteinführung der App bevorstehen. TASPO Online sprach mit dem Ideengeber über die neue App.

Will mit seiner App die Branche revolutionieren, Sascha Bohl von Smart to Plan. Foto: Marc Erwin Patzer

Wie ist die Idee zu „smart to plan“ entstanden?

Ich gehöre zu den eher vergesslichen Menschen (lacht). Da kam es leider regelmäßig vor, dass ich auf der Baustelle ankam und die Hälfte vergessen hatte. Sei es das Maßband, der aktuelle Planstand oder auch einfach nur ein Stift. Aus diesem Grund fing ich an, nach einer digitalen Alternative zu suchen, mit der mir so etwas nicht mehr passieren sollte. Nach einiger Zeit der Recherche musste ich jedoch feststellen, dass es so ein Tool für den Garten- und Landschaftsbau überhaupt nicht gibt. Für den Innenraum fand ich einige Apps, mit denen man Räume aufmessen kann, jedoch nicht für den Außenbereich. So beschloss ich, einfach selber eine Aufmaß-App zu entwickeln.

Welchen Vorteil hat die App genau für Landschaftsgärtner:innen?

Ein riesen Vorteil gegenüber der herkömmlichen Methode des händischen Aufmaßes ist einfach, dass man nichts mehr vergessen kann. Außer man lässt sein Handy im Büro liegen (lacht). Kein Zettelchaos oder unleserliche Notizen mehr und man kann keine Strecken mehr vergessen. Das Aufmaß ist nach dem Speichern direkt als PDF- oder DXF-Datei verfügbar und man kann die Messung sofort in CAD-Programmen weiterverarbeiten. Es entfällt also der Schritt der Übertragung vom händischen Aufmaß in das Zeichenprogramm, welcher für gewöhnlich recht zeitintensiv ist.

Können Sie uns die Arbeitsweise der App etwas näher skizzieren?

Die Messung mit der App erfolgt nicht georeferenziert, da wir nicht GPS-abhängig sein wollten. Zudem ist GPS für unser Aufmaß nicht genau genug. Das Aufmaß mit smart to plan wird durch die Sensoren und die Teleoptik der Kamera ermöglicht, wodurch Entfernungen zwischen den gesetzten Messpunkten ermittelt werden. Zu Beginn einer Messung wird das Endgerät zunächst kalibriert. Mit der ersten Flächenmessung grenzt man das aufzumessende Grundstück ein. Man geht sozusagen die Grenzen ab. Danach werden dann alle anderen Flächen, die benötigt werden, eingemessen. Wir arbeiten aber auch schon daran, dass dieser erste Schritt des Aufmessens der Grenze nicht mehr nötig ist. Demnächst soll es möglich sein, dass man beliebig viele Flächen nebeneinander aufmessen kann.

Von der Idee zur Entwicklung. Wie lange hat es gedauert und auf welche Hindernisse sind Sie getroffen?

Die Idee hatte ich Anfang 2019. Also sind jetzt gut zwei Jahre vergangen, in denen es wirklich ein Auf und Ab war. Erst mal musste ich Investoren finden, die ich von meiner Idee überzeugen konnte und die bereit waren, mit mir den Weg zu gehen. Gott sei Dank ging das erstaunlich schnell! Auch eine Entwicklerfirma war schnell gefunden, THISIS ! DMG aus Hannover, die uns Woche für Woche näher ans Ziel brachte. Zunächst entwickelten wir einen Prototypen, der später die Grundlage der App bilden sollte. Kurz darauf, im November 2019 gründeten wir unsere Firma, die LUMA GmbH (landscape united measurement app GmbH). Im Frühjahr 2020 holte ich dann noch meine heutige rechte Hand, Marie-Sophie Schoppe, mit ins Boot. Marie hatte damals in dem Betrieb, in dem ich gearbeitet habe, ihre Ausbildung gemacht und seitdem hatten wir Kontakt gehalten. Sie hat in der Zwischenzeit ihren Bachelor in Landschaftsarchitektur und Umweltplanung gemacht und unterstützt mich nun mit ihrem Organisationstalent, ihrer Kreativität, aber auch Sachlichkeit.

Auch wenn mit diesem tollen Team eine gute Grundlage für die Entwicklung der App geschaffen war, war der Weg lang und steinig. Die ersten Messversuche fielen so katastrophal aus, dass wir nicht nur einmal darüber nachdachten aufzugeben. Aber ich sagte mir immer wieder: Was für den Innenraum möglich ist, muss auch für den Garten möglich sein. Auch wenn mir klar war, dass es aufgrund der verschiedenen Lichtverhältnisse und der unebenen Untergründe komplizierter werden wird. Fast ein Jahr hat es gebraucht, bis wir mit der App vergleichbare Ergebnisse wie bei einem händischen Aufmaß mit Maßband, Stift und Papier erzielen konnten. Ab hier an konnte wieder aufgeatmet werden und weitere Funktionen der App wurden programmiert, die wir schon in der Zwischenzeit ausgearbeitet hatten. Denn aus der anfänglichen Idee, Gartenflächen per Mobiltelefon aufzunehmen, war der Gedanke gewachsen, komplette Projekte anzulegen und bearbeiten zu können.

Momentan befinden Sie sich in der Beta-Version. Wann rechnen Sie mit einer breiten Markteinführung der App?

Genau, gerade sind wir mitten in der Betaphase und wir sind sehr froh, dass wir Tester aus den unterschiedlichsten Bereichen gewinnen konnten. In der 12. KW wollen wir das Feedback der Tester auswerten und schauen, was wir noch verbessern müssen, bevor wir online gehen. Also hängt die Markteinführung von smart to plan quasi vom Feedback der Tester ab. Wir sind selber schon sehr gespannt, wie es ausfallen wird. Aber wir gehen davon aus, dass wir Ende April/ Anfang Mai eine marktfähige Version haben.

Was wird die App letztendlich für die Anwender kosten? Wird eine einmalige Pauschale fällig, oder muss ein Abo abgeschlossen werden?

Die zukünftigen Preise für die Nutzung der App sind bereits auf unserer Homepage zu finden. Wir bieten die App zunächst nur als Abo an. Wir sind ständig dabei, die App weiterzuentwickeln und zu optimieren und so erhalten alle Abonnenten automatisch Informationen zu den Updates. Jeder Interessent kann die App zunächst zwei Wochen gratis testen und kann sich dann danach entscheiden, ob er/sie die App abonnieren möchte oder nicht. Man kann zwischen einem 1-Monat-Abo für 49,90 Euro, einem 6-Monate-Abo für 269,90 Euro und einem Jahres-Abo für 479,90 Euro wählen. Die Preise sind für ein Endgerät. Wenn ein Betrieb mehrere Endgeräte mit der App ausstatten möchte, dann wird es natürlich günstiger. Individuelle Angebote auf Anfrage sind selbstverständlich auch möglich.

Sind Sie weiterhin als Landschaftsgärtnermeister tätig, oder haben Sie sich in Ihrer Tätigkeit mittlerweile voll und ganz auf smart to plan konzentriert?

Tatsächlich konzentriere ich mich zurzeit hauptsächlich auf die App. Dadurch, dass ständig neue Updates von den Entwicklern kommen, muss hier regelmäßig unter unterschiedlichen Bedingungen getestet werden. Außerdem habe ich noch so viele weitere Ideen für die App, die ich ausarbeite. Dann kümmere ich mich momentan mit Frau Schoppe um die Betaphase und bin mit potentiellen Kooperationspartnern im Gespräch. Dazu kommen die Anfragen per Mail, die es gilt, möglichst schnell zu beantworten. Damit bin ich momentan gut ausgelastet.

Wie wird es mit ihrem Unternehmen weitergehen? Welche Chancen sehen Sie noch in der Digitalisierung? Gibt es weitere Projekte und Ideen, an denen Sie arbeiten?

Erstmal versuchen wir uns auf dem Markt zu etablieren. Wir wünschen uns ein gesundes Wachstum unseres Unternehmens und hoffen, dass wir mit smart to plan den Arbeitsalltag so manches Gärtners/in erleichtern können.

In der Digitalisierung liegt die Zukunft! Wir sehen ja schon in anderen Branchen, wie wichtig die Digitalisierung ist. Es erleichtert enorm die Arbeitsprozesse und die digitalen Daten sind schnell und überall verfügbar.

Mein Team und ich arbeiten stets an Weiterentwicklungen, um die Ergebnisse der Messungen und auch die Weiterverarbeitung zu vereinfachen und zu verbessern. Und dadurch, dass sich die Technik, mit der wir arbeiten ständig weiterentwickelt, werden wir wohl auch mit der App stets in einem Optimierungsprozess sein, um immer mit dem neusten Stand der Technik zu gehen. Wir haben auf jeden Fall schon weitere Ideen, die wir gerne umsetzen wollen aber hierzu möchte ich jetzt nicht mehr sagen. Warten Sie einfach noch ein bisschen ab (lacht).

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