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Ausbildung zum Landschaftsgärtner: erste Spanier kommen im Spätsommer

Im kommenden Spätsommer wollen die ersten elf jungen Spanier in nordrhein-westfälischen GaLaBau-Unternehmen eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner beginnen. Die jungen Männer haben bereits im Bildungszentrum des Gartenbaus (BZG) in Münster-Wolbeck ein kleines Assessment-Center durchlaufen sowie Vorstellungsgespräche mit interessierten Fachbetrieben durchgeführt. 

Die Bewerber aus Spanien zusammen mit Vertretern der Ausbildungsbetriebe und Projekt-Koordinatoren. Foto: VGL NRW

Alle in Deutschland angekommenen Spanier konnten in neun Mitgliedsbetriebe vermittelt werden. Jetzt müssen sie den viermonatigen Sprachkurs in ihrem Heimatland Spanien absolvieren. Jutta Lindner-Roth, Referentin für Nachwuchswerbung im Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen betreut das Projekt. Sie ist gespant, wie viele junge Leute erneut zu einem Praktikum nach NRW kommen werden.

Der Verband hätte sich ein noch größeres Interesse in Spanien gewünscht. Denn eigentlich stehen in NRW bereits 15 Ausbildungsplätze für spanische Jugendliche zur Verfügung. Aufgrund der überaus hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien war davon ausgegangen worden, dass es insgesamt mehr Bewerber geben würde.

Für die Kandidatensuche kooperiert der Verband GalaBau NRW mit der Außenhandelskammer Spanien. Deren Mitarbeiter Marcelo Scocco war im vorigen Jahr in der Verbandsgeschäftsstelle in Oberhausen zu Gast, um einige Fachunternehmen zu besichtigen und Details zu erfahren, welche Tätigkeiten Landschaftsgärtner in Deutschland ausführen. Denn den Beruf gibt es in dieser Form in Spanien nicht.

Daraufhin ist vor allem in den Ballungszentren auf der iberischen Halbinsel seitens der AHK für eine Ausbildung in Deutschland geworben worden. Von den ursprünglich 321 Interessentenerhlielten schließlich elf qualifizierte Bewerber erhielten die Möglichkeit, eine spannende Woche in NRW zu verbringen und die verschiedenen Tätigkeiten im deutschen GaLaBau kennenzulernen.

Die spanischen Jugendlichen zögerten nicht wegen der Witterung, nach Deutschland zu kommen, ist sich Jutta Lindner-Roth sicher. Vielmehr falle es ihnen schwer, die Familie und das stabile soziale Umfeld zu verlassen. Viele hätten Angst vor Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten. Deshalb sei es besonders wichtig, dass das Ausbildungs- und Arbeits-Angebot, das in Spanien ausgeschrieben werde, seriös auf die potenziellen Interessenten wirke.

Die neun teilnehmenden Ausbildungsbetriebe in NRW sehen sich jedenfalls ernstzunehmenden und motivierten Bewerbern gegenüber, so Jutta Lindner-Roth. Sie geht daher davon aus, dass kontinuierlich mehr Fachunternehmen Ausbildungsplätze für junge Spanier zur Verfügung stellen werden. (vgl nw)