Alle News

Ausgezeichnet: gärtnerische Früherziehung für Kinder

, erstellt von

Ein ausgezeichneter Gärtner ist Rüdiger Winde aus Schönborn schon lange – seit Kurzem auch offiziell! Mit dem erstmals vergebenen Titel „Ausgezeichnete Gärtnerei“ würdigte der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg Windes Engagement, Kinder schon im Kindergarten und in der Schule für die Themen Garten, Gärtnern und Pflanzen zu begeistern. Die TASPO sprach mit dem energiegeladenen Gärtnermeister.

„Wir müssen den Menschen wieder zeigen: Wann kann ich was pflanzen? Wann wächst was im Garten? Kinder wissen das heute nicht mehr. Wenn wir nicht aufpassen, geht dieses Wissen verloren“, meint der unlängst ausgezeichnete Gärtnermeister Rüdiger Winde.

Herr Winde, gärtnerische Früherziehung – ist das nicht Sache der Schule oder der Eltern?

Ganz früher gab es bei uns Schulgärten, die sind mit Einführung des Fachs Heimatkundeunterricht abgeschafft worden. Auch wurde früher den Kindern das Gartenjahr vorgelebt – das ist heute leider nicht mehr der Fall.

Wenn Menschen – nicht nur Kinder – heutzutage im März auf dem Wochenmarkt eine Tagetes sehen, wissen sie nicht mehr selbstverständlich, dass diese erfrieren kann. Jetzt ist meiner Überzeugung nach der Zeitpunkt gekommen, wo wir als Gärtner dringend aktiv werden und aufklären müssen.

Ist das Aufgabe der Gärtner?

Wenn wir wollen, dass die Leute bei uns Pflanzen kaufen, dann schon! Wir Gärtner verstecken uns zu sehr. Wir müssen aufklären.

So ein Projekt ins Leben rufen, ist einfach. Die Herausforderung besteht darin, es am Leben zu erhalten. Es muss unterhalten werden, es muss immer wieder Energie zugeführt werden.

Warum gehen Sie in die Schule und holen nicht die Kinder in die Gärtnerei?

Früher – mit dem Thema Kinder beschäftige ich mich intensiver schon seit zwölf Jahren –  habe ich genau das gemacht: die Schulklassen zu uns in die Gärtnerei eingeladen. Das gab aber oft organisatorische Probleme, Transportwege, Versicherung und so weiter. Es war auch terminlich nicht immer einfach – wenn Klasse und Lehrer Zeit hatten, hatte ich keine Zeit und umgekehrt.

Also bin ich auf die Idee gekommen: Wir gehen in die Schule! Mein Projekt heißt „Erstes Klassenbeet“ und startete vor ungefähr drei Jahren. Der Anfang war nicht leicht: Wenn man etwas Neues macht, rennt man nicht überall offene Türen ein!

Wie genau funktioniert das „Erste Klassenbeet“ in der Praxis?

Jede neue erste Klasse pflanzt „ihr“ Beet, das nach dem Schuljahr an die jeweils nächste erste Klasse übergeben wird. Die vierten Klassen haben dabei gleichzeitig eine Patenschaft übernommen: Die „Großen“ helfen den „Kleinen“ beim Gießen. So hat es sich bewährt und funktioniert gut, es hat aber auch drei Jahre gedauert, bis sich das eingependelt hat. Wir starten immer im Herbst mit dem neuen Beet.

Das komplette Interview mit Rüdiger Winde lesen Sie in der TASPO 39/2018, die heute erschienen ist. Dort berichten wir außerdem über die zweite „Ausgezeichnete Gärtnerei“, das Rosengut Langerwisch.