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Ausmaß des Brexits immer noch nicht kalkulierbar

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Die Folgen eines Brexits sind auch zum Jahresende 2019 noch nicht überschaubar. Nachdem die Konservativen um Premierminister Boris Johnson die vorgezogene Wahl in Großbritannien im Dezember mit einer Mehrheit für sich entscheiden konnten, bleiben die Auswirkungen auf den Gartenbau nach wie vor noch unklar.

Ende Januar 2020 wird Großbritannien aus der EU austreten. Foto: John Cameron / Unsplash

Handel mit Gartenbauprodukten zwischen EU und UK nimmt ab

Der 31. Januar 2020 ist nun der neue Stichtag, an dem Großbritannien aus der Europäischen Union austreten werde. Ob es dabei zu einem harten No-Deal-Brexit, oder einem zwischen beiden Parteien geregelten Austritt kommt, werden die kommenden Wochen zeigen. Fakt ist, dass der Handel mit Gartenbauprodukten zwischen der EU und Großbritannien weiter abnimmt und der britische Markt stark unter Druck steht. Im Sommer 2019 verschärfte Großbritannien zudem die Einfuhrbedingungen für Rosen aus Kanada, Indien, Mexiko oder den Vereinigten Staaten (USA), da es anhaltende Probleme in diesen Ländern mit dem Rosenrosettenvirus gab. Die Situation auf dem britischen Markt wurde dadurch zusätzlich verschärft, erklärt Andreas Löbke von Co Concept im Auftrag der Messe Essen zur IPM 2020 in einer Meldung.

Produkte aus der EU bilden Fundament für britischen Gartenbau

Experten sind sich demnach auch einig, dass Saatgut, Stecklinge, Jungpflanzen, Töpfe, Kompost und weitere Gartenbauprodukte aus der EU das Fundament für den britischen Gartenbau bilden. Daher erscheint es auch nur als wichtig, dass ein reibungsloser Produktfluss über die Grenzen gegeben ist. Einhergehend mit einem No-Deal-Brexit schätzte die britische Regierung Mitte Oktober 2019, dass selbst 150.000 der 250.000 britischen Exporteure hinsichtlich der neu geltenden Zoll- und Lieferantenerklärungen nicht vorbereitet seien. Laut einer Schätzung würden rund 85 Prozent der LKWs auf der Handelsroute über den Kanal mit falschen Papieren anreisen. Das würde die Abfertigung an der Grenze um bis zu 2,5 Tagen verzögern, was beim Handel mit lebenden Frischeprodukten wie Blumen und Pflanzen nur schwer bis gar nicht zu verkraften sei.

Niederländische Unternehmen eröffnen Büros in UK

Um diese Problematik zu umgehen, haben einige niederländische Unternehmen bereits 2019 Büros in Großbritannien eingerichtet. Sie hoffen, so auch weiterhin Jungpflanzen aus den Niederlanden auf die Insel verkaufen zu können. Zudem vertrauen viele Gärtner darauf, dass Boris Johnson praxisnahe Lösungen und Ausnahmeregelungen für den Gartenbau finden würde. Als ehemaliger Bürgermeister von London habe der wiedergewählte Premierminister sich immer für „Grün“, insbesondere für Bäume, ausgesprochen und sich als „Gewinn für die Branche“ gezeigt.

 

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