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Azaleen: Höhere Temperaturen verkürzen die Treibdauer

Aus ihrer Diplom-Arbeit zum Einfluss von Temperatur und Belichtungsdauer auf die Treibdauer bei Azaleen stellte Vanessa Bergmann auf dem Azerca-Seminar ihre ersten Ergebnisse bezogen auf die Sorte ‘Schneekönigin’ vor. Sie stellte unter anderem fest, dass eine tagbegleitende Assimilationsbelichtung in Verbindung mit hohen Temperaturen die besten Resultate liefert. Bei ihrem praktischen Versuch in der Lehr- und Versuchsanstalt Bad Zwischenahn wählte sie für die Sorte ‘Schneekönigin’, die normalerweise im Dezember blüht, als vorgezogenen Treibtermin den 6. November sowie den praxisüblichen Treibtermin am 27. November. Für die Beurteilung ihrer Beobachtung legte sie als Verkaufsreife 50 Prozent farbezeigende Knospen fest und bewertete die Ergebnisse von schlechter zu guter Qualität mit 1 bis 3. Sie legte fünf Versuchsglieder an: 20 Grad Celsius mit und ohne Belichtung, 24 Grad Celsius mit und ohne Belichtung, 28 Grad Celsius mit Belichtung. Ergebnis: Je höher die Temperaturführung bei einem vorgezogenen Treibtermin war, umso günstiger fiel die Treibdauer aus: 14 Tage bei 24 Grad Celsius, zehn Tage bei 28 Grad Celsius. Die Pflanzenqualität allerdings war nur dann zufriedenstellend, wenn gleichzeitig Assimilationslicht gegeben wurde. Als optimale Länge der Zusatzbelichtung für bessere Qualitäten stellten sich 16 Stunden heraus.

Bei einem praxisüblichen Treibtermin sind für eine akzeptable Treibdauer von 14 Tagen nicht unbedingt höhere Temperaturen erforderlich. Doch auch hier ergab eine Assimilationsbelichtung weitaus bessere Qualitäten.

Im zweiten Teil des Versuchs untersuchte die Diplomandin den Einfluss von Assimilationslicht. Ihre drei Versuchsglieder waren: keine, 16 Stunden von sieben bis 23 Uhr und 24-stündige Belichtung. Wiederum stellte sie dem praxisüblichen Treibtermin einen verfrühten Beginn gegenüber. Ergebnis: Je länger die Belichtungszeit, umso kürzer die Treibdauer. Betriebswirtschaftlich gesehen ist eine 24-stündige Belichtung allerdings nicht rentabel. Ein Blick auf die Pflanzen zeigte zudem, dass sich teilweise bei Dauerlicht ihre Qualität sogar verminderte. Die besten Qualitäten entwickelten sich bei der tagbegleitenden Assimilationsbelichtung mit drei Kilolux über 16 Stunden. Die Effektivität lässt sich zusätzlich steigern, wenn die Belichtung in Verbindung mit hohen Temperaturen erfolgt.