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Azubi-Zuschüsse: Staat lockert Voraussetzungen für Förderung

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Die Bundesregierung hat ihr Programm „Ausbildungsplätze sichern“ ausgeweitet und die Fördervoraussetzungen gelockert. Insgesamt sollen mehr von Corona-bedingten Einbußen betroffene Betriebe profitieren als bisher.

Auch Corona-bedingte Verbundausbildungen unterstützt der Staat nun. Foto: Katrin Klawitter

Anträge auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse möglich

Bisher mussten die Betriebe starke Umsatzeinbrüche im April und Mai nachweisen, um in den Genuss der Prämie von bis zu 3.000 Euro pro Auszubildenden zu kommen. Die Regelungen wurden nun aufgeweicht. Die folgenden Änderungen gelten auch rückwirkend, was bedeutet, dass Anträge innerhalb von drei Monaten auch für bereits bestehende Ausbildungsverhältnisse gestellt werden können, für die bisher eine Förderung nicht möglich war, die aber von den geänderten Voraussetzungen erfasst sind:

Geänderte Voraussetzungen für die Förderung

  • Ausbildungsbetriebe werden künftig mit Ausbildungsprämien gefördert, wenn sie im Zeitraum von April bis Dezember 2020 in zwei zusammenhängenden Monaten einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich mindestens 50 Prozent oder in fünf zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften mussten.
  • Die Durchführung von Kurzarbeit wird in Zukunft auch im zweiten Halbjahr 2020 berücksichtigt. Die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit in der Ausbildung werden bis einschließlich Juni 2021 verlängert.
  • Ausbildungen, die vom 24. Juni 2020 bis zum 31. Juli 2020 begonnen haben, werden in die Ausbildungsprämien miteinbezogen.
  • Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz des ursprünglichen Betriebes verloren gegangen ist, wird künftig unabhängig von den Betriebsgrößen mit einer Übernahmeprämie gefördert. Diese Übernahmen werden bis zum 30. Juni 2021 gefördert.
  • Es können nun auch Ausbildungsverhältnisse mit der Ausbildungsprämie gefördert werden, die zwischen dem 1. August 2020 und 15. Februar 2021 begonnen haben, wenn der Auszubildende im selben Zeitraum den Ausbildungsbetrieb wechselt. Diese neue Regelung setzt nicht mehr voraus, dass das Ausbildungsverhältnis im ersten Ausbildungsbetrieb während der Probezeit gekündigt worden sein muss.

Zweite Förderrichtlinie zum Bundesprogramm in Kraft

Zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ ist zudem die zweite Förderrichtlinie in Kraft getreten, die die Verbund- und Auftragsausbildung regelt. Betriebe und Bildungsstätten, die vorübergehend Auszubildende von Ausbildungsbetrieben übernehmen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind, können gefördert werden. Anträge können bei der Deutschen Rentenversicherung – Knappschaft-Bahn-See gestellt werden. Die Zuwendung beträgt einmalig 4.000 Euro für jeden vorübergehend übernommenen Azubi.

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