Bambus & Hortensien: „Züchtung bringt Erstaunliches hervor“

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Karl Oltmanns, Prokurist der Helmers Baumschulen in Westerstede, mit den beiden Großen Goldmedaillen. Foto: DBG

Hortensien und Bambus in einer „selten gezeigten Sortenvielfalt“, so die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), bescherte den Helmers Baumschulen aus Westerstede bei der jüngsten IGA-Hallenschau einen wahren Medaillen-Regen – und das nach 28 Jahren Gartenschau-Abstinenz. Anlass für die DBG, sich mit Helmers-Prokurist Karl Oltmanns über Pflanzen-Ausstellungen und -Züchtung zu unterhalten.

Die Helmers Baumschulen GmbH war bei der Sommerblumen-Schau sehr erfolgreich. Neben zwölf Gold- und acht Silbermedaillen haben Sie gleich zwei Große Goldmedaillen bekommen. Haben Sie mit diesem hervorragenden Ergebnis gerechnet?

Darauf waren wir nicht annähernd vorbereitet. Regelmäßig sind wir auf der Rhodo in Westerstede. Unsere Baumschule war das letzte Mal 1983 in München bei einer IGA und 1989 bei einer BUGA in Frankfurt dabei. Wir haben mit Bundesgartenschauen und Internationalen Gartenausstellungen praktisch keine Erfahrung.

Gerd Rabben, ein befreundeter Berufskollege, machte uns aufmerksam, dass auf der IGA noch Aussteller gesucht werden. Wir haben es gewagt und sind nun natürlich glücklich. Das motiviert uns auch, bei weiteren Gartenschauen mitzumachen. Mir gefällt die Kombination aus Floristik, Stauden und Gehölzen. Das Gestalter-Team hat unsere Ware sehr gut in Szene gesetzt.

Sie sind Prokurist der Firma. Welche Beziehung haben Sie zur Baumschul-Produktion?

Ich habe zunächst Baumschulgärtner gelernt und dann eine kaufmännische Ausbildung angeschlossen. Seit 1995 bin ich bei Helmers. Die Firma hat 60 Mitarbeiter. Ich vertrete die Baumschule als Prokurist für den Verkauf nach außen. Wir beliefern viele Baumschulen und Gartencenter, im Berliner Raum auch die Firmen Pflanzen-Kölle und Hornbach.

Die Baumschule hat sich unter anderem auf Bambus spezialisiert. Die Vielfalt ist beeindruckend. Aber auch Hortensien sind in einer großen Sortenvielfalt vertreten. Für beide Produkt-Gruppen haben Sie die Große Goldmedaille erhalten. Wie kam es zu diesen großen Sortimenten?

Unser Chef war vor kurzem in Japan. Danach haben wir Bambus in unser Sortiment aufgenommen und einen Bambus-Garten angelegt. Die Vielfalt ist beeindruckend. Es gibt viele Kunden, die sich für japanische Gärten interessieren, also auch für Bambus.

Das Hortensien-Sortiment ist in den letzten zehn bis 15 Jahren aufgebaut worden. Es kommen immer wieder neue Sorten dazu. Die Züchtung bringt Erstaunliches hervor. Wir haben beispielsweise eine Hortensie, die wir 100-Tage-Hortensie nennen. Sie blüht vom Sommer bis in den Herbst hinein. Faszinierend ist auch, dass sie – je nach Bodenverhältnissen – zunächst rosa oder blau blüht, dann vergrünt sie, um im Herbst rot zu leuchten. Das ist die Sorte ‘Together’, eine von vielen prächtig blühenden Sorten.

Daneben haben wir aber auch nicht so spektakulär blühende Sorten mit einfachen Blüten. Diese sind für Bienen wichtig. Dazu gehören auch die Tellerhortensien. Auch dafür interessieren sich inzwischen viele Gartenliebhaber.

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