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BASF entwickelt neue Bio-Pestizide

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Um neuartige Bio-Pestizide für die Landwirtschaft zu entwickeln, haben BASF und PAT, ein führendes Unternehmen für die Identifizierung von Biomolekülen, eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Am Ende des gemeinsamen Forschungsprozesses soll ein Produkt mit optimaler Umweltverträglichkeit entstehen, hoffen die beiden Unternehmen.

Tropische Pflanzenarten produzieren wertvolle Wirkstoffe in den Wurzeln. Foto: BASF

PAT nutzt dabei laut Pressemitteilung seine Technologien „Plant Milking“ und „Target Binding“ zur Identifizierung potenzieller biochemischer Kandidatenmoleküle. BASF setzt seine Pflanzenplattform ein, um die Kandidaten zu überprüfen und ihre biologischen Effekte in Versuchen zu verifizieren.

Natürliche Wirkstoffe identifizieren und produzieren

Erfolgreiche Kandidaten, die aus dieser Zusammenarbeit hervorgehen, werden von BASF weiterentwickelt. Gemeinsam möchte man so natürliche Wirkstoffe identifizieren und produzieren, die in der Landwirtschaft die Effizienz und Qualität der Produktion noch weiter steigern.

Laut der BASF-Kommunikationsmanagerin Barbara Nickerson gehen BASF und PAT damit neue Wege im Bereich der Forschung nach neuen Wirkstoffen. Bekanntlich sei der Forschungsprozess, der zu neuen Wirkstoffen und zu neuen Pflanzenschutzmitteln führt, äußerst aufwendig. Oft dauere es über zehn Jahre vom ersten Ansatz bis zum fertigen Produkt.

Erster Schritt: Screening tausender chemischer Wirkstoffe

Der allererste Schritt, der Forscher dabei auf eine initiale Idee bringt und aus der sie dann ein Produkt entwickeln, sei das sogenannte Screening. „Das Screening beinhaltet, dass pro Jahr viele tausend chemische Stoffe unterschiedlicher Herkunft darauf geprüft werden, ob sie eine Wirkung gegen Pflanzenkrankheiten, Schädlinge oder Unkräuter haben“, so Nickerson.

Stoffe beziehungsweise Moleküle, die sich dabei als wirksam herausstellen, nennt man „Kandidatenmoleküle“. In der Zusammenarbeit mit PAT gewinne BASF diese Kandidatenmoleküle auf neuem Weg, indem Pflanzen als natürliche Quellen dienen. Davon versprechen sich die Forscher, zielgenauer und schneller neue kreative Ideen und Ansatzpunkte zu finden. Vertraut wird dabei auf den Erfindungsreichtum der Natur.

Ziel: Produkt mit optimaler Umweltverträglichkeit

Zu Einsatzmöglichkeiten, Einsatzbereichen und Vorteilen beim Anwender lassen sich laut Nickerson noch keine Aussagen treffen. „Unsere Forscher erhoffen sich von natürlichen Kandidatenmolekülen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass am Ende des Forschungsprozesses ein Produkt mit optimaler Umweltverträglichkeit entsteht.“

Konkrete Pläne über Produktentwicklungen mit den neuen Wirkstoffen seien in diesem frühen Forschungsstadium noch nicht in Aussicht. Die Erwartungen sind allerdings hoch: PAT konnte nach eigenen Angaben Anfang des Jahres die Entdeckung und erfolgreiche Validierung einer Reihe von Zielproteinen und Biomolekülen bekannt geben.

Erste Überprüfungsphase natürlicher Wirkstoffe stimmt optimistisch

Diese Moleküle werden Bestandteil der Kooperation sein. „Diese erste Überprüfungsphase für natürliche Wirkstoffe von PAT zeigt eine deutliche Übereinstimmung mit unseren Pflanzenschutzlösungen. Sie stimmt uns im Hinblick auf unsere zukünftige Kooperation sehr optimistisch“, wird Philip Lane, Vizepräsident für Global Research & Development bei BASF Crop Protection, zitiert.

Als große Chance, natürliche Stoffe mithilfe einzigartiger Technologie zur Erfüllung wichtiger, bisher nicht erfüllter Bedürfnisse im Bereich der Agrochemikalien zur Verfügung zu stellen, wertet Jean-Paul Fèvre, Präsident von PAT, die Zusammenarbeit. Er sieht die nächste Generation von Pestiziden auf die Landwirtschaft zukommen: „Neue Wirkungsweisen und neue Molekülprofile, die den Erwartungen von Kunden und Gesellschaft entsprechen.“