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Bau: 2010 "weniger drastisch"

Für 2010 erwartet die Bauwirtschaft wegen der geringen Kapazitätsauslastung in den Wirtschaftsbereichen im Wirtschaftsbau einen fortgesetzten Rückgang, wenn auch nicht mehr so drastisch wie 2009. Der öffentliche Bau könne dank der Konjunkturpakete wiederum zulegen, so Prof. Dr. Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe.

Doch die Potenziale aus dem Konjunkturprogramm könnten wegen wegbrechender Steuereinnahmen und steigender Ausgaben nicht voll ausgeschöpft werden, sagte er im Vorfeld der Baufachmesse Deubau 2010 in Essen. Dem Wohnungsbau fehlen weiterhin verbesserte Rahmenbedingungen, so dass er von einem Umsatz noch einmal etwas unter dem Vorjahr ausgeht. Insgesamt werde der Umsatz im Bauhauptgewerbe in 2010 bei 81 Milliarden Euro liegen, was einem Rückgang von gut einer Milliarde Euro oder 1,5 Prozent entspricht.

Der Zuwachs beim öffentlichen Bau reiche nicht aus, um den Rückgang im Wirtschaftsbau zu egalisieren, aber er diene als wirksame Stütze und funktioniere in der ihm zugedachten Rolle in den Konjunkturpaketen. Insgesamt sieht er die Bauwirtschaft in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2009 knapp unterschreiten. Der größte Unsicherheitsfaktor sei das Investitionsvolumen der Kommunen in Folge weiter rückläufiger Steuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Soziallasten. Eine Stabilisierung der Investitionshaushalte der Kommunen ist nach Ansicht Robls deshalb ebenso dringend geboten wie eine Belebung des Wohnungsbaus. Ansonsten drohe die Gefahr eines Einbruchs der Baukonjunktur und damit eine dämpfende Wirkung auf den prognostizierten leichten Wiederanstieg des Bruttoinlandprodukts in 2010.

Zu Beginn des Jahres 2009 wurde ein schwieriges Baujahr vorhergesagt. Diese Prognose habe sich leider bestätigt. Mit einem Minus von fast vier Prozent beim Umsatz im Bauhauptgewerbe traf der Rückgang die Branche aber nicht so schwer wie andere Wirtschaftszweige. Vom Statistischen Bundesamt liegen die Daten per Oktober 2009 vor, auf deren Basis sich recht zuverlässig das Bild für 2009 zeichnen lässt, so Robl.

Demnach kann mit einem Umsatz im Bauhauptgewerbe von 82,4 Milliarden Euro, einem Minus von 3,8 Prozent gerechnet werden. Der Wirtschaftsbau hat in 2009 etwa drei Milliarden Euro verloren und schließt bei 30,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von fast vier Prozent. Der durch die Konjunkturprogramme geförderte öffentliche Bau kann in 2009 um etwa 1,2 Milliarden Euro gewinnen und wird bei 27,1 Milliarden Euro oder plus fünf Prozent erwartet. Der Wohnungsbau fällt in 2009 ein weiteres Mal zurück, um 1,4 Milliarden Euro und wird bei 24,5 Milliarden Euro oder einem Minus von 5,5 Prozent prognostiziert.