Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland: Gartensegment als Wachstumstreiber

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Der Baumarkthandel in Deutschland erwirtschaftete im 1. Halbjahr 2017 einen Gesamtbrutto-Umsatz von insgesamt 9,59 Milliarden Euro. Foto: BHB

Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) hat heute, 4. August seine aktuellen Marktzahlen bekannt gegeben. Dabei macht der Gartenmarkt im 1. Halbjahr inzwischen rund 28 Prozent des Gesamtumsatzes der Bau- und Heimwerkermärkte aus.

Einen Gesamtbrutto-Umsatz von insgesamt 9,59 Milliarden Euro erwirtschaftete der Baumarkthandel in Deutschland im 1. Halbjahr 2017 und erzielte damit ein Umsatzwachstum von 1,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Dabei ist das umsatzstarke 1. Quartal hauptverantwortlich für die positive Branchenbilanz zur Jahresmitte. Denn im 2. Quartal lag der Gesamtbruttoumsatz bei lediglich 5,55 Milliarden Euro und verzeichnet damit eine rückläufige Umsatzentwicklung von 1,1 Prozent.

Flächenbereinigt konnte der Baumarkthandel ein Umsatzplus von 1,4 Prozent erzielen. Dabei waren die Monate Mai (1,98 Milliarden Euro/+0,3 Prozent), April (1,84 Milliarden Euro/-7,1 Prozent) und März (1,81 Milliarden Euro/ +15,4 Prozent) die umsatzstärksten Monate des 1. Halbjahres.

Positives Zwischenfazit

Zu Jahresbeginn hatte der BHB für das Geschäftsjahr 2017 ein Umsatzwachstum von 1,3 Prozent, bei flächenbereinigter Betrachtung ein Umsatzwachstum von 1,0 Prozent prognostiziert. Damit liegt der Branchenverband auf einer Linie mit den Konjunkturprognosen führender deutscher Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr, die von Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts in einer Spanne von 1,2 bis 1,9 Prozent ausgehen – dies trotz möglicherweise bevorstehender ökonomischer Unsicherheiten aufgrund etwaiger Einschränkungen des Freihandels durch eine veränderte Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten oder durch die bevorstehenden Verhandlungen der Briten über einen EU-Austritt.

Der BHB zieht mit Blick auf das aktuelle Umsatzergebnis zur Jahresmitte nun ein positives Zwischenfazit. „Nach einem sehr guten Jahresstart mit einem deutlichen Plus von 5,4 Prozent im 1. Quartal hat im 2. Quartal das Wetter gerade in den traditionell umsatzstärksten Monaten April und Mai sowie die im Vorjahresvergleich geringere Zahl von Verkaufstagen die Branchenentwicklung gebremst“, betont BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. „Trotz dieser widrigen Rahmenbedingungen haben es die Handelsunternehmen zur Jahreshälfte geschafft, in Summe ein Umsatzplus zu erwirtschaften. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass sich die Unternehmen der Branche erfolgreich den neuen Herausforderungen der sich verändernden Handelswelt stellen und ihre Geschäftsprozesse und Vertriebskonzepte zum Wohle und Gefallen ihrer Kunden ausrichtet haben. Daher sind wir mit Blick auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres zuversichtlich, unsere selbstgesteckten Jahresziele zu erreichen“, so Wüst.

Ausschlaggebend für das schlechtere Ergebnis im 2. Quartal war insbesondere die Umsatzentwicklung im Monat April, die wetterbedingt mit einem Umsatzrückgang von 7,1 Prozent in Vorjahresvergleich deutlich hinter den Branchenerwartungen zurückblieb. Zwar setzte sich im vierten Monat des Jahres zu Beginn noch die frühsommerlich warme und trockene Witterung aus dem März fort. Im weiteren Monatsverlauf brachten aber Tiefdruckgebiete feuchtere und zunehmend kältere Luft, Spätfrost und sogar Schneefälle bis ins Flachland. Zudem wies das 2. Quartal insgesamt drei Verkaufstage weniger auf als das Vergleichsquartal 2016.

Sortimentsentwicklung im Detail

Beim Blick auf die Sortimentsentwicklungen im 1. Halbjahr verzeichneten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte mit Bauchemie/Baumaterial (914,2 Mio. Euro), Sanitär-/Heizungswaren (842,5 Mio. Euro), Gartenausstattungen (776,4 Mio. Euro), Lebend Grün (641,5 Mio. Euro) und Anstrichmitteln/Malerzubehör (628,1 Mio. Euro) die höchsten absoluten Umsätze.

Auch die Gartensortimente waren entscheidend für das gute Ergebnis zur Jahreshälfte: Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 2,65 Milliarden Euro (Lebend Grün (641,5 Mio. Euro), Gartengeräte/Be- und Entwässerung (603,0 Mio. Euro), Gartenausstattung (776,4 Mio. Euro), Gartenmöbel (222,2 Mio. Euro) und Gartenchemie/Erden/Saatgut (406,7 Mio. Euro)) macht der Gartenmarkt im 1. Halbjahr rund 28 Prozent des Gesamtumsatzes der Bau- und Heimwerkermärkte aus.

Betrachtet man die Sortimentsentwicklung im Vorjahresvergleich, zeigen sich die Bereiche Freizeit/Saisonware (+8,5 Prozent) und das Gartensortiment in nahezu allen Warengruppen als Wachstumstreiber. So legten die Warengruppen Gartenausstattung (+6,4 Prozent), Lebend Grün (+6,1 Prozent), Gartenchemie/Erden/Saatgut (+3,9 Prozent) und Gartengeräte/Be- und Entwässerung (+3,3 Prozent) zum Teil deutlich zu. Auch die Warengruppe Bauchemie/Baumaterial konnte um 3,7 Prozent wachsen. Umsatzrückgänge zeigen sich bei insbesondere in den Warengruppen Wohnen/Dekoration (-7,1 Prozent), Gartenmöbel (- 6,6 Prozent) und Haushaltswaren (- 5,8 Prozent). 

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