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Diagnosezentrum Ahlem: Pflanzenschäden durch Silikon möglich

Die Verwendung von Silikon, bei dessen Aushärten Essigsäure abgespalten wird, ist in der Nähe von Pflanzen nicht ohne Risiko. 

Schäden an Calibrachoa durch Silikon-Ausdünstungen (rechts) im Vergleich zur unbehandelten Pflanze. Foto: LVG Ahlem

So kam es in Versuchen mit verschiedenen Beet- und Balkonpflanzen bereits nach kurzer Zeit zu massiven Schäden des pflanzlichen Gewebes durch die Ausdünstungen des aushärtenden Silikons. Dabei wurde das Silikon in einem kleinen geschlossenen Raum in unmittelbarer Nähe der Pflanzen ausgebracht.

Der Schaden an der Calibrachoa rechts im Bild im Vergleich zu einer unbehandelten Pflanze entstand somit unter äußerst günstigen Bedingungen für eine mögliche Schädigung. Silikon wird nicht nur zur Versiegelung im Sanitärbereich verwendet, sondern auch als Kleber oder zur Abdichtung im Gewächshaus.

Ob Schäden an Pflanzen in Gewächshäusern auftreten, ist von den jeweiligen Bedingungen abhängig. Sie sind am ehesten zu erwarten, wenn große Mengen „essigvernetzendes“ Silikon bei geschlossener Lüftung in der Nähe der Pflanzen verarbeitet werden. Auch wenn aus dem Versuch keine Grenzwerte abgeleitet werden können, ist zu empfehlen, entsprechende Arbeiten möglichst in leeren Gewächshäusern durchzuführen beziehungsweise für eine intensive Lüftung zu sorgen. (Michael Emmel, Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem der LWK Niedersachsen)