Alle News

Bauma: Positive Signale

Seit der letzten Bauma sind drei Jahre vergangen, die der Baumaschinen- und Maschinenbaubranche ein kaum vorstellbares Wechselbad der Gefühle und des wirtschaftlichen Erfolges bescherten. Waren die Jahre 2007 bis 2008 von einer stürmischen Nachfrage bestimmt, die zu vollen Auftragsbüchern sowie Lieferschwierigkeiten führte, so wartete das vergangene Jahr mit einem Einbruch des Umsatzes von teilweise bis zu 60 Prozent auf. Nun rüsten sich die Unternehmen für das Messehighlight dieses Jahres - die Bauma 2010, die vom 19. bis 25. April in München stattfinden wird.

Im Vorfeld der Messe trafen sich Aussteller und die internationale Baufachpresse Mitte Januar zum "Mediadialog". Rund 190 Aussteller nutzten die Gelegenheit, die internationale Baufachpresse im Vorfeld über die geplanten Messeauftritte und ihre Produktneuheiten zu informieren. Nach derzeitigem Stand werden über 3.000 Aussteller aus dem In- und Ausland auf 555.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vertreten sein. Erfreulich aus Sicht der Messegesellschaft ist insbesondere das Interesse des Partnerlandes Indien sowie die Darstellung der Länderspecials Russland, Asien und Lateinamerika. Insgesamt wird die Internationalität, laut Klaus Dittrich, dem Vorsitzenden der Messe-Geschäftsführung, mit 54 Prozent der Aussteller deutlich über dem Wert von vor drei Jahren liegen.

Auch wenn die Messe dem ersten Anschein nach eher die Bereiche Hoch-, Tief-, Straßen- und Bergbau anspricht und von der Konzeption her hier die Schwerpunkte setzt, so findet auch der Besucher, der eher an Maschinen für den GaLaBau oder für die Kommunen interessiert ist, ein großes Produktspektrum. Dies ist sicherlich einerseits der Tatsache geschuldet, dass die großen Hersteller, wie zum Beispiel Case, in der Regel als so genannter Full-Liner auftreten und somit eine umfassende Modellpalette präsentieren, die auch das Segment der kompakten Maschinen abdeckt. Andererseits sehen auch kleinere und mittelständische Unternehmen die Chance, ihre Produkte einem internationalen Publikum vorzuführen und die Marktpräsenz zu erhöhen.

Einer dieser Mittelständler ist die Tuchel Maschinenbau GmbH aus Salzbergen. Nachdem der neue Tuchel Trac Quattro, ein wendiges Trägerfahrzeug für Arbeiten auf kleinstem Raum, schon auf der Agritechnica 09 in Hannover seine Premiere feierte, soll er auf der Bauma für Aufsehen sorgen und auch in der Baubranche bekannt gemacht werden. Eckhard Rahe, zuständig für den Export bei Tuchel, erwartet mit der Präsentation auf der Bauma auch einen großen Zuspruch für die gesamte Produktpalette.

Nachgefragt bei den Großen der Branche ergibt sich ein fast einheitliches Bild: Auch wenn die Kompaktmaschinen auf der Bauma nicht zwingend im Fokus stehen, so machen sie mittlerweile doch einen relativ großen Anteil am Absatz der Unternehmen aus. Der Schnitt liegt hier branchenweit bei ungefähr 25 bis 30 Prozent. Und man sieht diese Entwicklung, trotz etwas geringerer Margen im Verkauf, mit einer leicht steigenden Tendenz. Darüber hinaus bestätigen auch Branchenprimusse wie Liebherr, dass man im Kompaktsegment Marktchancen sieht und diese in der Modellplanung berücksichtigt.

Trotz des Umfeldes sendet die Bauma schon im Vorfeld ein positives Signal - sie ist nach Angaben der Messegesellschaft ausgebucht. Anlass für Euphorie gibt das noch nicht, auch wenn es scheint, dass nun die Talsohle durchschritten sei. Das Auftragsvolumen liegt zurzeit auf der Höhe von 2005. Der aktuelle Geschäftsklimaindex und das Business Barometer des europäischen Dachverbandes CECE geben Anlass zur Hoffnung. Die Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass ihre Geschäftstätigkeit weiter anziehen wird. Dafür spreche auch, dass zum Ende des Jahres 2009 wieder zunehmende Auftragseingänge verzeichnet worden seien. 2010 werden die Weichen gestellt für die Zeit nach der Krise. Die Langfristaussichten für die Bauwirtschaft, die Baustoffindustrie, den Bergbau und den Maschinenbau sind weltweit gesehen positiv. Grund dafür seien die rasant wachsenden Märkte Asiens und zum Teil in Brasilien. Zusätzlich sei inzwischen der Stau in den Lagern bei Händlern und Vermietern weitestgehend abgebaut. Eine gewisse Belebung zeige auch wieder das Anlagengeschäft. Projekte, die auf Eis lagen, würden langsam wieder angeschoben.

Doch einige Faktoren wie ein höheres Wachstum in der Boomphase als der tatsächliche Bedarf, hohe Bestände an "jungen" Gebrauchtmaschinen und die relativ neuen Maschinenflotten, die im Einsatz sind, könnten den Optimismus dämpfen.