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Direktvermarktung: Schwächen im Hofladen

Überraschende Schwächen bei Geschmack und Frische stellt eine vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) angestoßene Verbraucher-Befragung im Zuge des sogenannten VSSE-Marktkompass’ fest. Über 6.000 Einzelhandelskunden beteiligten sich und zeigten sich grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Angebot der Direktvermarkter. Geschmack und Frische allerdings zählen laut VSSE zu den am schwächsten bewerteten Kriterien. 20 Prozent der Verbraucher waren damit nicht zufrieden.

Zudem nahm mehr als ein Drittel der Befragten das „Besondere“ der Verkaufsstelle nicht wahr – eine höchst alarmierende Beurteilung, so der VSSE. Denn warum sollten Verbraucher beim Direktvermarkter einkaufen, wenn das Besondere nicht wahrgenommen wird?

Als Fazit zur Erhebung 2012 lasse sich daher ableiten, dass einige Direktvermarkter ihre Qualitätsmaßnahmen künftig stärker kommunizieren, andere aber sicherlich auch an der Qualitätsverbesserung arbeiten müssten.

Ein großer Teil der befragten Verbraucher wünschte sich mehr Information über Produktion, Ernte und Aufbereitung. Dabei empfand rund ein Drittel (32 Prozent) das Kriterium „Information durch Werbung“ als unzureichend. Nicht ausschließlich Werbung, sondern vielmehr die aktive Kommunikation durch persönliche Gespräche, das Internet und die klassischen Printmedien seien deshalb geeignet, Wissenswertes über den Betrieb zu vermitteln.

Die Notwendigkeit einer veränderten Marketingstrategie zeigt sich laut VSSE auch darin, dass nur 79 Prozent aller befragten Kunden „ihrem Direktvermarkter“ Vorteile gegenüber anderen Einkaufsstätten attestierten. Die beste Bewertung (Benchmark) erhielt ein Betrieb, dem 95 Prozent seiner Kunden bescheinigten, dass sein Hofladen mehr Vorteile als andere Einkaufsstätten bietet.

Der sogenannte VSSE-Marktkompass wird durch Produkt+Markt Agribusiness Consulting im Auftrag des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer durchgeführt. (ts)