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Baumschulen: „Heute die Stadtbäume von morgen kultivieren“

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Wie kann die Weltgemeinschaft krisenfester und klimaverträglicher aus der Corona-Pandemie herausgehen? Unter dieser Fragstellung stand der diesjährige Petersberger Klimadialog, der am Montag und Dienstag erstmals als virtuelle Videokonferenz stattfand. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) nahm die Veranstaltung zum Anlass, eine forcierte Klimafolgen-Forschung an Gehölzen zu fordern.

Bäume fungieren in der Stadt unter anderem als natürlich Klimaanlage. Foto: BdB/ENA/Graf von Luckner

Maßnahmen zur Bewältigung der Corona- und Klimakrise verzahnen

Beim mittlerweile 11. Petersberger Klimadialog ging es in den vergangenen beiden Tagen insbesondere darum, wie sich der Klimaschutz und der wirtschaftliche Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie miteinander in Einklang bringen lassen. Zum Auftakt der Veranstaltung hatten Medienberichten zufolge fast 70 deutsche Unternehmen – darunter Thyssenkrupp, Bayer, E.on und die Telekom – dazu aufgerufen, „wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Bewältigung der Corona- und der Klimakrise eng zu verzahnen sowie relevante Konjunktur- und Investitionsprogramme systematisch klimafreundlich auszurichten“. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte bereits im Vorfeld der diesjährigen Konferenz klargemacht, dass die Frage, wie die Weltgemeinschaft den Neustart der Weltwirtschaft organisiert, für den Klimaschutz entscheidend sei.

Echte Klimaschutzpolitik ohne Grün nur halb so viel Wert

Dass echte Klimaschutzpolitik ohne natürliches beziehungsweise gestaltetes Grün nur halb so viel Wert ist, hatten die Grünen Branchenverbände bereits Anfang März bei ihrem dritten Parlamentarischen Abend festgestellt. Der Bund deutscher Baumschulen machte sich die mediale Aufmerksamkeit rund um den 11. Petersberger Klimadialog jetzt zunutze, um nochmals auf die zwingende Notwendigkeit einer verstärkten Klimafolgen-Forschung an Gehölzen im Stadtraum hinzuweisen.

„Wir haben bereits in den vergangenen Jahren gesehen, wie heimische Gehölze durch sich ändernde Umweltbedingungen teils an ihre Grenzen kommen“, so BdB-Präsident Helmut Selders. Das habe man in den Wäldern, aber auch in den Städten beobachten können. „Gerade die urbanen Räume sind Extremstandorte, die die Vitalität der Bäume immens auf die Probe stellen“, so Selders weiter. Baumschulen wiederum stünden angesichts dessen vor der Herausforderung, in ihren Betrieben heute die Stadtbäume von morgen zu kultivieren.

Bäume als natürliche Klimaanlage: Funktion steht über der Herkunft

„Der Bund sollte daher die angewandte Forschung massiv unterstützen, sodass wir die Tauglichkeit von sogenannten ‚Zukunftsbäumen‘ aus nichtheimischen Herkünften für die Verwendung in den urbanen Räumen testen können“, lautet deshalb Selders‘ Appell an die Politik. Dabei gehe es nicht darum, heimische Gehölze von der Verwendung an den Stadtstandorten auszuschließen. „Aber wir brauchen dringend eine Erweiterung des Sortiments ohne ideologische Debatten um heimische oder nichtheimische Bäume. Denn am Ende zählt das Ergebnis: Der Baum muss der Biodiversität dienen und als natürliche Klimaanlage in der Stadt fungieren. Zum Wohl von Mensch und Natur.“ Das gehe nur, wenn der Baum vital ist, weshalb die Funktion über der Herkunft eines Gehölzes stehe, so Selders‘ Fazit.

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