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Baumschulen: Preisniveau wird steigen

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Die extreme Sommerhitze und Trockenheit in diesem Jahr sorgten für Ausfälle an Gehölzen in Parks und Gärten sowie zu immensem Mehraufwand und Kosten in den Baumschulen. Welche Auswirkungen das für Sortimente und Preise nach sich zieht, darüber sprach die TASPO mit Frans van Dijk-Steffen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft mittelständischer Baumschulbetriebe (AmB).

Bewässern bringt mehr Kosten und Aufwand für die Baumschulen. Foto: Gabriele Friedrich

Baumschulen mussten regelmäßig beregnen

„Die Kulturen haben je nach Gehölzart unterschiedlich empfindlich auf die Trockenheit reagiert. Gehölze im Container, die im normalen Sommer durch die Nacht beregnet wurden, mussten während der extremen Hitze und Trockenheit mehrmals täglich zusätzlich beregnet werden. Es waren also mindestens zwei- bis dreimal so viele Beregnungsgänge nötig“, erklärt van Dijk-Steffen.

Dem AmB-Vorsitzenden zufolge musste die junge Aufschulung im Freiland von Anfang an regelmäßig versorgt werden, da es „seit Mai in unserem Gebiet in Norddeutschland sowie in ganz Europa keine nennenswerten Niederschläge mehr gegeben hatte. Ab Juli mussten dann auch ältere Quartiere regelmäßig beregnet werden.“

Höherer Aufwand, geringere Erträge

Die Kosten für Diesel und Strom, ob für Freiland- oder Containerflächen, schnellten laut van Dijk-Steffen in die Höhe. Pumpen mussten neu angeschafft werden oder instandgehalten werden. Teilweise wurden auch neue Brunnen gebohrt.

„Trotz ständiger Beregnung erreichen die Freilandkulturen ihren normalen Zuwachs in diesem Jahr nicht“, sagt van Dijk-Steffen, demzufolge die Baumschulen einen wesentlich höheren Aufwand für die Produktion hatten, aber trotzdem geringere Erträge haben werden.

Teilweise hitzebedingte Komplettausfälle

„Im Jungpflanzen-Bereich im Freiland gibt es beispielsweise auch Komplettausfälle durch die Hitze. Das Wässern nützt bei einigen Kulturen nicht immer, und man kann nicht alle großen Flächen gegen die Sonneneinstrahlung schattieren. Das Steckholz steht in vielen Sorten sehr schlecht. Bei den Wildlingen gibt es starke Einbußen. Die Unterlagen zum Okulieren litten und haben zum Zeitpunkt des Okulierens mancherorts nicht mehr gelöst. Aufgrund der Trockenheit wurden weniger Rosen und Obstgehölze veredelt“, so van Dijk-Steffen.

Im Sträucher-Bereich werden in diesem Jahr kaum starke verpflanzte Sträucher in den Größen 100/150 anfallen, so der AmB-Vorsitzende weiter. Leichte Sträucher und Heckenpflanzen erreichen ihre normale Qualität in diesem Jahr kaum. Solitäre haben keinen großen Zuwachs gemacht, und das Dickenwachstum der Bäume wird geringer ausfallen.

Klimawandelbäume gewinnen weiter an Bedeutung

Die Schäden in den öffentlichen Anlagen und der freien Landschaft seien zwar schon sichtbar, „aber Vieles wird sich erst in den nächsten Monaten offenbaren. Sicher müssen dann Pflanzen ersetzt werden, und Gehölze werden in vielen Bereichen ausgetauscht werden müssen. Aber es gibt ebenso viele Bereiche, in denen abgewartet wird, ob Bäume und Sträucher wieder austreiben.“

Sicher werde man weiter über Klimawandel und damit verbunden auch Klimagehölze nachdenken, ist van Dijk-Steffen überzeugt. Hitzebeständige Arten werden sich herauskristallisieren. „Unsere Branche beschäftigt sich schon lange mit Klimawandelbäumen, und durch diesen heißen Sommer werden diese Prozesse beschleunigt.“

„Gehölze werden unumgänglich teurer“

Aufgrund der heißen und trockenen Monate könnte es jetzt endlich soweit sein, „dass durch Angebot und Nachfrage wieder die Preise bestimmt werden“, erklärt van Dijk-Steffen. „Durch die immense Trockenheit und die damit verbundenen hohen Produktionskosten werden die Pflanzen unumgänglich teurer. Die Preisänderungen des Sommers 2018 der AmB-Kalkulationshilfeliste setzen sich durch, das Preisniveau steigt an.“

Geringere Produktionsmengen und Ausfälle durch die Trockenheit führen bereits in der Herbstsaison zu Engpässen in vielen Gehölzarten. „Im Frühjahr wird deshalb wohl nicht mehr alles in den gewünschten Größen und Qualitäten lieferbar sein.“