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Baumschulen: Stimmung wieder leicht positiv

Die rheinischen Baumschulen blicken insgesamt wieder mit Zuversicht in die kommende Saison. Das berichtete Helmut Selders, Vorsitzender im Verband Rheinischer Baumschulen. Die Stimmung sei wieder durchweg positiv. In den Baumschulbetrieben würde wieder investiert, dies sei sicherlich als ein gutes Zeichen zu bewerten. Positiv stimme auch, dass im Bauhauptgewerbe mittlerweile wieder Arbeitskräfte gesucht werden. Und wenn der GaLaBau volle Auftragsbücher hat, freuen sich auch die Baumschulen, so Selders. Wie die anderen Sparten auch, waren die Baumschulen vom lang anhaltenden Winter betroffen und konnten Umsatzausfälle kaum ausgleichen. Trotz der insgesamt positiveren Tendenz sind die erzielbaren Preise nach wie vor nicht befriedigend. Auch gibt es immer noch viele Ausfälle durch Insolvenzen der Kunden. Trotzdem sei der Versuch misslungen, eine Warenkreditversicherung in den Baumschulen zu etablieren. Ganz offensichtlich scheuen die Kollegen die anfallenden Prämien, sagte Selders. Als problematisch stelle sich auch weiterhin das Vergabeverhalten der öffentlichen Hand dar. Die meisten Ausschreibungen würden nicht nach dem wirtschaftlichsten Gebot entschieden, sondern nach dem billigsten. Die Qualität der Gehölze finde nicht die Beachtung, die ihr eigentlich zustehen müsste. Ein neuer Service des Bundes Deutscher Baumschulen bietet jetzt die Möglichkeit, dass qualifizierte Kollegen bei Gehölzlieferungen Qualitätsprüfungen vornehmen. Sie sollen den Auftraggeber bei der Abnahme der Lieferung unterstützen und sind beratend tätig. Es werden allerdings Lieferungen aus der lokalen Produktion nicht begutachtet, damit es zu keinem Interessenkonflikt kommen kann. Die Stadt Köln hat das Angebot bereits angenommen. Es soll helfen, insgesamt den Qualitätsstandard anzuheben und schwarze Schafe, die nur über den Preis anbieten, im Markt zurück zu drängen. Weiterhin Schwierigkeiten bereitet die so genannte GAP Reform, wobei Baumschulflächen nicht förderfähig sind. Dies habe zu erheblichen Problemen in der Auseinandersetzung mit Verpachtungen und bei der Neuanpachtung von Flächen geführt. Landwirtschaftliche Verpächter sind darüber verärgert, dass die Flächen, wenn sie aus der Verpachtung zurückkommen, kein Prämienrecht mehr besitzen. Neuverpächter sind ängstlich, sie könnten ihre Prämienansprüche verlieren. Letzteres sei zwar so nicht richtig, aber nur schwer aus den Köpfen heraus zu bringen. Die jetzige Situation, so Selders, ist für alle Seiten sehr unbefriedigend.