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Baumschulwirtschaft: Keine Wende zum Positiven

Keine Wende zum Positiven hat sich in der wirtschaftlichen Lage der rheinischen Baumschulen eingestellt. Ein großes alteingesessenes Unternehmen musste Insolvenz anmelden, und einige kleinere Baumschulen gingen aus dem Markt, da keine entsprechenden Nachfolger vorhanden waren. Helmut Selders (Haan), Vorsitzender im Verband Rheinischer Baumschulen, beschrieb das abgelaufene Jahr. Durch das sehr schöne Wetter im Oktober hätten sich viele Aufträge nach hinten verschoben. Erfreulicherweise sei einige Nachfrage vorhanden, doch insgesamt hätten sich die Preise nicht erholt. Zwar gebe es einzelne Pflanzen und Pflanzengruppen, die knapp werden und auch im Preis steigen, aber die Geiz-ist-geil-Mentalität mache auch den Baumschulen zu schaffen, da der billigste Preis zum Standard wird. Die Bestände in den rheinischen Baumschulen seien in diesem Jahr sehr gut, einige Betriebe hätten sich auch weiter spezialisiert. Der Handel untereinander funktioniere gut, nicht zuletzt über die wöchentlich stattfindenden Börsen in Willich und Meckenheim und der elektronischen Börsenübersichtsgemeinschaft, an der alle bedeutenden Baumschulen teilnehmen. Selders bedauerte, dass sich eine große Vermarktungseinrichtung einen eigenen Baumschulpflanzenartikelstamm zugelegt habe. Da sie nicht den vom Berufsverband entwickelten und bewährten Artikelstamm übernommen habe, sei somit kein Datenaustausch mit der ganzen Branche möglich. Automatisch Unruhe unter den Baumschulern bringe das Thema autochthone Gehölze mit sich. Über die Verwendung von autochthonen Gehölzen gibt es in Bayern und Baden-Württemberg Empfehlungen der jeweiligen Landesregierung, in Brandenburg sogar einen entsprechenden Erlass. Die Baumschulbetriebe, auch im Rheinland, sehen darin einen nicht gerechtfertigten Eingriff in den Markt. Auch werde der Sinn als solches insgesamt in Frage gestellt, so Selders.