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Bayer & Monsanto: Experten warnen vor Fusion

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Verzerrt die geplante Fusion von Bayer und Monsanto den Wettbewerb im Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt? Diese Befürchtung haben zumindest Kartellrechts-Experten, die in einem jetzt vorgelegten Gutachten vor dem Zusammenschluss der beiden Agrar-Riesen warnen.

Kartellrechts-Experten warnen vor einer Fusion von Bayer und Monsanto, da sie eine Wettbewerbsverzerrung unter anderem auf dem Saatgutmarkt befürchten. Foto: Bayer AG

Wie Maurice E. Stucke und Allen P. Grunes, Rechtsanwälte und ehemalige Mitarbeiter der US-Kartellbehörde, in dem Gutachten feststellen, würde eine Fusion von Bayer und Monsanto sogar gegen geltendes Recht – den sogenannten „Clayton Act“ – verstoßen. Mit dem vom amerikanischen Kongress verabschiedeten Gesetz sollen wettbewerbsverzerrende Unternehmenszusammenschlüsse verhindert werden.

Fusion von Bayer und Monsanto würde Gerichtsbeschluss quasi aufheben

Ebenso würde eine Fusion laut den Kartellrechts-Experten einen Gerichtsbeschluss aus dem Jahr 2008 quasi rückgängig machen. Mit dem damals gefällten Urteil hatte sich Monsanto von einigen Vermögenswerten im Bereich Baumwollsaatgut und Baumwollzüchtungen trennen müssen – und diese an Bayer verkauft. Durch einen Zusammenschluss der beiden Agrar-Riesen bekäme Monsanto eben diese wettbewerbsschädigenden Anteile zurück.

Wie es in dem Gutachten weiter heißt, würde der durch eine Fusion entstehende Mischkonzern Bayer-Monsanto fast 70 Prozent des Baumwollanbaus in den USA kontrollieren – viel zu viel nach den Kartellstandards. Darüber hinaus hätte der neue Mischkonzern den Gutachtern zufolge eine „nicht akzeptable Marktmacht über große Teile der Produktion und des Vertriebs von Getreidesaatgut und anderen nachgefragten Saaten, einschließlich Raps, Sojabohnen und in Nordamerika entwickeltem Mais“.

Verbraucherschutzorganisation startet Petition gegen Zusammenschluss von Bayer und Monsanto

„Dieser neue Mega-Konzern wäre der weltgrößte Produzent von Saatgut und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Er würde die Produktion unserer Nahrungsmittel kontrollieren, die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher sowie die Freiheit der Bauern einschränken und deren wirtschaftliche Basis untergraben“, sagt Anne Isakowitsch, Senior Campaignerin der Verbraucherschutzorganisation SumOfUs, in deren Auftrag das Gutachten zur Fusion von Bayer und Monsanto erstellt wurde.

Um das zu verhindern, hat SumOfUs eine Petition gegen den Zusammenschluss der beiden Konzerne gestartet, die bereits über 500.000 Mitglieder der Verbraucherschutzorganisation unterzeichnet haben.