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Bayern: Eichenprozessionsspinner ohne Gift bekämpft

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Im Freistaat Bayern haben sich laut BUND Naturschutz in Bayern (BN) insgesamt 183 Kommunen bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vorbildlich gezeigt und den Schädling ohne den Einsatz von Giften bekämpft.

In etwas weniger als der Hälfte der Kommunen in Bayern wurde der Eichenprozessionsspinner ausschließlich mechanisch bekämpft. Foto: LeeleeUusikuu/ Pixabay

Appell an Kommunen auf Pestizide zu verzichten

Der BUND Naturschutz appelliert in seiner Meldung an alle Kommunen, zukünftig bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners keine Gifte mehr einzusetzen. Vielmehr solle man die Nester nach Möglichkeit ausschließlich mechanisch beseitigen. Mit Pestiziden gespritzte Bäume in Städten bedeuten nämlich auch, dass unter anderem insektenfressende Vögel und Fledermäuse dort immer weniger Nahrung finden. Denn die alten Eichen gelten als besonders wertvolle Insektenlebensräume, aber nur, wenn sie nicht gespritzt werden. Dem Appell des BUND kamen zuletzt 264 bayerische Kommunen nach und haben im Frühjahr 2020 Raupen und Nester an mindestens 5.603 Bäumen mechanisch entfernt. Bei 81 davon kamen auch zusätzlich Biozide zum Einsatz. Demnach haben 183 Gemeinden Raupen und Nester an 3.796 Bäumen ausschließlich mechanisch und damit deutlich insektenfreundlicher bekämpft.

„Hilft, gegen das Insektensterben anzugehen“

„Von der kleinen Gemeinde Dittenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen über die Kleinstadt Roth bis zur Großstadt Fürth. Das ist sehr erfreulich und hilft, gegen das Insektensterben anzugehen und trotzdem Bürgerinnen und Bürger vor den allergieauslösenden Raupenhaaren zu schützen“, blickt Tessa Ganserer (MdL/ Bündnis 90 Grüne) auf das Ergebnis. „Das Volksbegehren ‚Rettet die Bienen‘ hat in etlichen Gemeinden glücklicherweise zum Nachdenken geführt. Viele Kommunen wollen sich nicht länger am Artensterben mitschuldig machen und haben auch in einer schwierigen Situation Gifte vermieden. Ihnen gilt unser Dank und sie sind Hoffnungsträger, denn sie haben gezeigt, dass es auch anders geht“, ergänzt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz in Bayern. Bei den Kommunen, die ausschließlich mit mechanischen Mitteln gearbeitet haben, waren folgende Gemeinden die Spitzenreiter:

  • Bayreuth (378 Bäume mechanisch behandelt)
  • Fürth (ca. 300)
  • Teublitz, Lkr. Schwandorf (ca. 300)
  • Neumarkt/Opf. (über 250)
  • Weiden/Opf. (203)

219 Kommunen setzten dennoch auf Biozide

Auf der anderen Seite haben laut BUND-Meldung mindestens 219 Kommunen insgesamt über 20.000 Eichen mit Bioziden gespritzt. Neben „Neem Protect“ wurde auch „Foray ES“ gegen den Eichenprozessionsspinner gespritzt. NeemProtect mit dem Wirkstoff Margosa-Extrakt des indischen Neem-Baums ist ein Fraßgift und tötet alle Raupen, die die mit dem Gift benetzten Blätter fressen. Eine Nebenwirkung des Biozids ist es, dass es auch auf alle anderen Insekten wirkt. Das alternativ eingesetzte Mittel ‚Foray ES‘ mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis kurstaki (Btk) ist ebenfalls ein Fraßgift und führt zur Darmperforation bei Raupen. Auch dieses Mittel hat Auswirkungen auf alle anderen Raupen.

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