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Bayern: Lockerungen für Gartenbau gefordert

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Gärtnereien und Baumschulen in Bayern sind nach wie vor gezwungen, ihre Geschäfte für den Publikumsverkehr geschlossen zu halten. Die Kritik an den Maßnahmen wird im Freistaat zunehmend lauter. Der Landesverband des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) hat sich daher in einem Schreiben an die Staatsregierung gewandt, auch CSU-Politiker und Mitglied des Landtages Walter Taubeneder sprach sich für Öffnungsperspektiven aus.  

Renate Peschl-Brummer und Christian Brummer schildern Bürgermeister Stephan Dorn und MdL Walter Taubeneder die schwierige Situation der Gärtnereien und gartenbaulichen Unternehmen angesichts der bestehenden Schließungsanordnungen (v.l.). Foto: Abgeordnetenbüro Walter Taubeneder

Bayerns Gärtnereien äußern Besorgnis

In den Gärtnereien und Baumschulen Bayerns können die Waren in den Gewächshäusern kaum veräußert werden, weshalb der BdB Landesverband sich kürzlich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Markus Söder gewandt. Auch CSU-Politiker Walter Taubeneder ließ dem Ministerpräsidenten ein Schreiben zukommen, in dem er für den Einzelhandel eine klare und zeitlich absehbare Öffnungsperspektive forderte. „Mit Blick auf den nahenden Frühling erreichen mich in den letzten Tagen immer mehr besorgte Anrufe und Nachrichten von Gärtnereien und gartenbaulichen Unternehmen aus der Region“, erklärt Taubeneder die Situation. Es werde befürchtet, dass sich der Lockdown über den 14. Februar hinaus fortsetzen werde und die seit Herbst in den Gewächshäusern herangezogenen Frühlingsblumen vor der Vernichtung stehen. Die Sorge breite sich demnach aus, dass die Gärtnereien auf ihren in Vorleistung erbrachten Aufzuchtkosten in Form von Saatgut, Töpfen, Erde, Düngemitteln, Beheizung, Bewässerung und Lohnkosten sitzen bleiben werden. Damit nicht genug, denn die Arbeiten für die nächsten Kulturen für die Sommersaison stehen ebenfalls an, wodurch die Kosten für die Unternehmen in vollem Umfang weiterlaufen.

„Gartenbau benötigt Planungssicherheit“

Um sich einen Eindruck zu machen, besuchte Taubeneder zusammen mit Oberbürgerbürgermeister Stephan Dorn den Familienbetrieb Blumen Peschl in Neuhaus am Inn. „Wir müssen hier in Vorleistung für verderbliche Ware gehen, ohne Gewissheit zu haben, ob wir damit auch Einnahmen erzielen dürfen“, erläutert Renate Peschl Brummer. Für Unmut sorge zudem auch die Tatsache, dass Supermärkte und Discounter Blumen und Pflanzen verkaufen dürfen. In seinem Schreiben an Ministerpräsident Söder macht Taubeneder auch auf diesen Punkt aufmerksam und fordert eine geregelte Öffnungsstrategie für die Gärtnereien und gartenbaulichen Unternehmen. Erforderliche Schutz- und Hygienemaßnahmen können laut Taubeneder in diesen Unternehmen aufgrund der baulichen Gegebenheiten leicht umgesetzt werden. „Ich halte es für dringend geboten, den Gärtnereien und gartenbaulichen Unternehmen Planungssicherheiten zu geben und eine möglichst baldige Öffnung in Aussicht zu stellen. Der Gartenbau muss im Rahmen einer Öffnungsstrategie für den gesamten Einzelhandel – wie auch im Frühling 2020 – zu den Ersten gehören, die öffnen dürfen“, ist die klare Ansage des CSU-Politikers.

CSU-Fraktion fordert Konzept für sichere und gerechte Öffnungsstrategie

Dafür sprach sich auch seine CSU-Fraktion im bayerischen Landtag aus und forderte per Dringlichkeitsantrag die Erarbeitung eines Konzepts für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie. „Trotz sinkender Corona-Zahlen sind weiterhin Vorsicht und Umsicht geboten. Wir müssen das Infektionsgeschehen auf ein Niveau senken, bei dem wir weder unser Gesundheitssystem noch die Gesundheitsämter bei der Verfolgung der Infektionsketten überfordern. Gleichzeitig müssen wir uns schon jetzt Gedanken über die hoffentlich bald möglichen Erleichterungen machen. Die Menschen in Bayern – wir alle! – sehnen uns nach einer Perspektive für einen Weg Richtung Normalität“, betont Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag.  

BdB bietet erhöhtes Schutzkonzept an

Ein weiteres Schreiben erreichte Ministerpräsident Dr. Markus Söder und weitere Minister Bayerns vom Landesverband des BdB. Auch der Verband fordert eine Öffnung, konzentriert sich in seiner Forderung aber auf „bestehende gärtnerische Verkaufsanlagen im Freien“. Im Zuge dessen biete man an, strengere Hygiene- und Schutzmaßnahmen durchzusetzen. Demnach sollen FFP2 Masken am Eingang zur Verfügung gestellt werden, der Mindestabstand solle auf zwei Meter vergrößert werden und die Kundenanzahl solle noch weiter eingeschränkt werden (50 m² Verkaufsfläche pro Kunde). Zudem finde der Verkauf ausschließlich im Freien statt, weshalb ein Infektionsrisiko gen null gehen würde. Man befinde sich ebenfalls in einer existenzbedrohenden Situation und befürchte Wettbewerbsverzerrungen zugunsten des fachfremden LEH, die es abzuwenden gelte. „Deshalb bieten wir Ihnen das eingangs beschriebene, sehr weitgehende Hygiene-& Schutzkonzept an. Mit diesen Sicherheitsvorkehrungen erreichen wir ein deutlich höheres Schutzniveau als zum Beispiel Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte oder Apotheken“, heißt es darin. Der gesamte offene Brief kann hier im Wortlaut eingesehen werden.

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