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BdB-Austritt aus dem ZVG: Wie geht es weiter?

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Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) beendet seine Mitgliedschaft im Zentralverband Gartenbau (ZVG) zum Jahresende. Wie die Kündigung des BdB aufgefasst wird und welche Veränderungen es auf Landesebene und in der praktischen Verbandsarbeit geben wird, wollte die TASPO von den Landesverbänden im ZVG erfahren.

Der Austritt des BdB aus dem ZVG wirkt sich auch auf Landesebene aus. Foto: Thomas Reimer/Fotolia

Aus Bayern erreichte uns dazu folgende Stellungnahme:

„Mit großem Bedauern haben das Präsidium und die Landesdelegiertenversammlung des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes (BGV) die Kündigung des BdB-Bundesverbandes aufgenommen. Diese Entscheidung kam nicht aus heiterem Himmel, sodass sich die Gremien des BGV nach der Grundsatzentscheidung des BdB in Goslar im Januar bereits mehrfach mit dieser Frage befasst haben.

Neuaufstellung für weitere Zusammenarbeit nötig

Dabei galt das Grundprinzip, dass man die Zusammenarbeit auf Landesebene möglichst fortsetzen möchte, es dazu aber einer Neuaufstellung bedarf. Bisher ist der BdB-Landesverband Bayern Mitglied im Bayerischen Gärtnerei-Verband.

Die Baumschulen erhalten in der individuellen Betreuung die gleichen Leistungen wie alle anderen Mitglieder auch. Baumschulen haben Zugang zu den gleichen Informationen und können sich an den umfangreichen Gemeinschaftsmarketingaktivitäten des BGV, dem Seminarangebot und anderem beteiligen. Etwa die Hälfte der BdB-Mitglieder nutzen diese Angebote intensiv.

Baumschulen tragen nicht mehr zur ZVG-Arbeit bei

Viele Angebote des BGV basieren auf Arbeiten des ZVG, sei es in der Bewertung von Informationen, sei es in der Aufbereitung in Form von Merkblättern und ganz besonders auch als Back Office bei den vielfältigen Beratungsthemen des gärtnerischen Unternehmertums.

Fast ein Drittel der Beitragseinnahmen des BGV wendet der bayerische Landesverband als Beitrag an den ZVG auf und zwar ohne große Diskussionen, sehen doch alle Mitglieder, dass damit auch Leistungen verbunden sind. Mit der Kündigung des BdB tragen Baumschulen nunmehr nicht mehr zur Finanzierung der Arbeit des ZVG bei, deren Ergebnisse über den BGV bis zum Einzelmitglied Wirkung entfaltet.

BGV kündigt Mitgliedschaft des BdB-Landesverbands

Deshalb mussten als Folge der BdB-Kündigung auch die Gremien des BGV reagieren. Um eine Neuaufstellung zu ermöglichen, hat der BGV dem BdB-Landesverband Bayern die Mitgliedschaft zum 31. Dezember 2018 gekündigt und gleichzeitig ein Gesprächsangebot unterbreitet.

Dazu wurde konkret ein Angebot über eine zukünftige Geschäftsbesorgung vorgelegt und vorgeschlagen, über einen Weg zu sprechen, wie Baumschulen, die das wünschen, auch zukünftig an den umfangreichen Betreuungsleistungen des BGV partizipieren können. Da bisher noch kein Gespräch stattgefunden hat, gibt es auch noch keine Ergebnisse. Vertreter beider Organisationen haben sich in Vorgesprächen zugesichert, das verbleibende halbe Jahr zu nutzen, um zu guten Lösungen für die Branche zu gelangen.

Beitragseinnahmen würden spürbar fehlen

Der BGV wird unabhängig davon auch weiterhin mit dem BdB-Landesverband in der Landesvereinigung Gartenbau Bayern sowie in der Landesgartenschau Bayern GmbH vertrauensvoll zusammenarbeiten. Das bedeutet, dass der politische Auftritt unabhängig von den Gesprächen auch weiterhin gemeinsam stattfinden wird. Der Beitrag des BdB-Landesverbandes am Gesamthaushalt des BGV macht gut drei Prozent aus. Das bedeutet, dass der BGV das Fehlen dieser Beitragseinnahmen sehr wohl spüren würde.

Aber unmittelbare strukturelle Änderungen auf die Arbeit der Geschäftsstelle sind augenblicklich auch dann nicht geplant, wenn die Gespräche nicht zu einem für beide Seiten fairen Ergebnis führen werden.“

Wie der Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland, der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen und der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg auf den Austritt des BdB aus dem ZVG reagieren, lesen Sie in der TASPO 28/2018, die am 13. Juli erschienen ist.