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BdB lehnt Unterzeichnung der Charta „Zukunft Stadt und Grün“ ab

Mit der Charta „Zukunft Stadt und Grün“ starteten Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und die Stiftung Die Grüne Stadt im Januar dieses Jahres eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, die grüne Ausgestaltung der Städte politisch – unter anderem in der Städtebauplanung – stärker zu verankern. Auch der Bund deutscher Baumschulen (BdB) unterstützt die grundlegenden Anliegen der Charta – zu den Erstunterzeichnern gehört er jedoch nicht. 

Anlässlich der IPM begründete Geschäftsführer Markus Guhl die Zurückhaltung des Verbandes mit nur einem, dafür aber umso bedeutungsvolleren Kritikpunkt. Stein des Anstoßes sind seinen Worten zufolge zunehmende Forderungen, gebietsheimische Gehölze in den urbanen Raum zu integrieren.

Dieses Ansinnen widerspricht laut Guhl den jahrelangen Bemühungen des BdB, im Themenfeld gebietsheimische Gehölze eine klare Trennung zwischen naturnahem und urbanem Raum zu erhalten. Denn insbesondere vor dem Hintergrund der Klimadiskussion habe die Baumschulwirtschaft in der vergangenen Dekade verstärkte Bemühungen unternommen, neue Sorten fürs städtische Grün zu entwickeln. Die Forderung nach Pflanzung von gebietsheimischen Gehölzen in Stadtgebieten ignoriere sowohl fachliche Kompetenz (unter anderem beispielsweise den von der GALK erstellten Leitfaden Straßenbäume) als auch die stetig steigenden Anforderungen an die Gehölzeignung im urbanen Raum.

Schon beim Aspekt der Verkehrssicherheit lasse sich klar erkennen, dass gebietsheimische Gehölze in künftig noch stärker verdichteten Siedlungsräumen kaum praxisrelevante Lösungen bieten könnten. Die Vermischung von Sachverhalten – auch im Hinblick auf die unter anderem vom NABU geforderte stärkere Einbeziehung von naturnahen Flächen in der Stadt – öffnet aus Sicht des BdB dem weiteren Wildwuchs Tür und Tor. So stelle sich die Frage, wer den naturnahen Raum definiere. Im schlechtesten Fall könne dies dann auch die Hecke hinterm Parkplatz sein, meint Guhl.

Zudem bestehe keinerlei Notwendigkeit für den Einsatz gebietsheimischer Gehölze auf diesen Flächen, da nicht davon ausgegangen werden könne, dass sich die Entwicklung von Populationen im urbanen Raum in gleicher Weise vollziehe wie in der freien Landschaft.

Der Grund für das Nichtunterzeichnen der Charta liege zudem, so Guhl, auch in der Befürchtung, vor dem Hintergrund der neuen Städtebauabteilung im Umweltministerium, einen politischen Link zu setzen, der künftige Entwicklungen für die Baumschulwirtschaft sowohl fachlich als auch marktpolitisch in die falsche Richtung lenken könnte. In gemeinsamen Gesprächen, die im Vorfeld der Charta mit dem BGL geführt wurden, habe der BdB diesen Standpunkt deutlich gemacht und sehe es als bedauerlich an, dass innerhalb des Berufsstandes bislang keine Einigung erzielt werden konnte. (ks)

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der aktuellen TASPO 9/14.