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BdB-Wintertagung: Imagewerbung ist auf einem guten Weg

Die deutsche Baumschulwirtschaft blickt zurück auf eine gute Saison, damit auf eine gute Wirtschaftslage dank der Witterung und einer regen Bautätigkeit. Der Wettbewerbsdruck bleibe jedoch hoch, die Preise seien knapp kalkuliert und die Spannen schmal, sagte Karl-Heinz Plum, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB). Daher brauchten sie eine klare betriebswirtschaftliche Ausrichtung und Geschäftsstrategie, um am Markt erfolgreich sein zu können, sagte er auf der BdB-Wintertagung in Goslar. 

Wilhelm Kordes (l.) erhielt für seine Verdienste in Goslar die Goldene Ehrennadel des Bundes deutscher Baumschulen aus den Händen von BdB-Präsident Karl-Heinz Plum (r). Rosen und ihre Züchtung standen immer im Mittelpunkt seines Engagements. Jahrelang war er als Vorsitzender des BdB-Fachgremiums „Rosen“ aktiv. Foto: Gabriele Friedrich

Das Bild des Gärtners mit Schürze und Strohhut sei längst verblasst, stattdessen seien unternehmerische Kraft und Fachkenntnisse gefragt. Der Baumschulmarkt ist kein subventionierter Markt, verlange daher nach innovativer Kraft. Die Branche befinde sich im Strukturwandel, neue Produktionsmethoden und Dienstleistungen prägen die Betriebe. Das unternehmerische Umfeld werde nicht leichter.

An erster Stelle sieht Plum die Pflanzengesundheit, um hohe Qualität produzieren zu können. Das neue Pflanzenschutzgesetz biete immer noch die Möglichkeit, Einzelfallgenehmigungen in den Bundesländern zu erhalten. Damit gebe es auch künftig eine pragmatische Genehmigungslösung für Pflanzenschutzmittel. Doch es sei ein maßvoller und verantwortungsvoller Umgang mit Pflanzenschutzmitteln nötig, mahnte er.

Ein weiteres großes Thema sieht Plum in der Nachwuchswerbung und der Image-Kampagne. Diese vierjährige Kampagne soll keine Werbung für Baumschulen sein, sondern Zusammenhänge erläutern, beispielsweise wo eigentlich die Bäume herkommen. Sie soll das Ansehen der Baumschulen und des Berufs des Baumschulers in der Gesellschaft verbessern. So wie auch bei den Landschaftsgärtnern, deren Kampagne anfangs mit Schwierigkeiten verbunden war, so sieht Plum auch bei den Baumschulen den Start zunächst noch etwas holprig. Doch er ist sicher, dass sie zu einem Erfolgsinstrument gedeihen kann: „Es war die richtige Entscheidung und sie ist auf einem guten Weg“, sagte er.

Auch das Engagement an Gartenschauen nannte er als ein wichtiges Instrument. Zukunftsgerichtete Veranstaltungen sieht er beispielsweise auch in Bundesgartenschauen wie zuletzt in Koblenz, die für eine ganze Region erfolgreich war. Sie sind nicht mehr nur Blumenschauen, sondern helfen, die Stadtentwicklung voranzutreiben, sagte Plum. Ein hervorragendes Instrument nannte er auch die Kampagne der Stiftung „Die Grüne Stadt“.

Dieser Vielklang der Instrumente sei nötig, um deutlich zu machen, welche Bedeutung die Branche und der Beruf des Baumschulers für das Klima, für das Wohlbefinden in der Gesellschaft haben. Im Konzert aller Instrumente werde der Stellenwert der Gehölze nach außen deutlich, und dass alle davon profitieren, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Daher sollte man die Instrumente nutzen, so Plum, und erfolgreich weiterentwickeln.

Die Branche stehe vor riesigen Herausforderungen mit dem demografischen Wandel, dem hohen Bedarf an Fachkräften und Auszubildenden in den Baumschulen, die dem Problem zumeist mit Kapitaleinsatz, mit Mechanisierung und Rationalisierung begegnen. Es sei jedoch noch keine Antwort auf die Frage des drohenden Lehrlingsmangels der nächsten Jahre gefunden.

Praxistaugliche Lösungen könnten gemeinsam mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) entwickelt und bei gemeinsamen Auftritten vorgestellt werden, um so zu versuchen, junge Leute für den Beruf zu begeistern. Und die Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums sei ebenfalls nötig. Der Ausbildungspakt der gewerblichen Wirtschaft könnte als Vorbild dienen. Konzertiertes Vorgehen mit den anderen gärtnerischen Verbänden sei notwendig, so Plum.

Auch die Imagekampagne soll ein spezielles Segment für die Nachwuchswerbung erhalten, noch stehe sie ganz am Anfang und die weiteren Schritte sind noch nicht beschlossen, unterstrich auch die beim BdB für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Anna Schellhase. Das bedeutet auch, dass eine Fachsparte Baumschule erhalten bleiben muss. Damit lehne der BdB die Vorschläge zum Reduzieren von sieben auf nur noch drei Fachsparten ab, hatten zuvor die Geschäftsführer Markus Guhl und Helmuth G. Schwarz in einem Pressegespräch erläutert.

Für eine runderneuerte Anerkennung zur Deutschen Markenbaumschule seien die Weichen gestellt. Ab 2013 oder früher kann die erste unabhängige Zertifizierung nach dem GlobalGAP-System laufen, das haben die Mitgliedervertreter in Goslar beschlossen. Sie soll ein Zusatzmodul erhalten, dass die Pflanzenqualität nach FLL-Gütebestimmungen beinhaltet. Damit lehnt sie sich an ein bestehendes und am Markt eingeführtes System an, so Plum und bekräftigte, dass dies ein Erfolg versprechender Weg sei. Er hofft, dass dies am Markt und von der Öffentlichkeit auch wahrgenommen wird. (fri)