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BdF: Tag des Friedhofs auch nach elf Jahren „ein Erfolgsrezept“

Am 15. und 16. September fanden in diesem Jahr in bundesweit rund 40 Städten Veranstaltungen zum Tag des Friedhofs statt. Wo steht die Aktion damit heute, im elften Jahr ihres Bestehens, und wie geht es in Zukunft weiter? Dazu fragte die TASPO Sybille Trawinski von der Geschäftsführung des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF) in nachfolgendem Interview. 

Der Tag des Friedhofs läuft als Aktion seit 2001, also schon seit vielen Jahren. Ist dieses Modell noch up to date?
Gerade weil es den Tag des Friedhofs (TdF) nach mehr als zehn Jahren noch gibt und das Konzept immer breitere Kreise zieht, ist es ein Erfolgskonzept – bis heute. Mit dem Konzept werden ganz unterschiedliche Personengruppen von Jung bis Alt mit verschiedenen Aktionen angesprochen. Darin liegt aus unserer Sicht auch der Erfolg, denn es sind die Menschen, die die Bestattungs- und Friedhofskultur bestimmen. Wir müssen das Gespräch suchen – und dafür ist der TdF hervorragend geeignet.

Womit sind Sie zufrieden, und welche Ziele wurden nicht erreicht?
Mit der Idee für einen „Tag des Friedhofs“ haben wir als BdF vor mehr als zehn Jahren einen Impuls für die Präsenz eines Tabuthemas in der Öffentlichkeit gegeben und geben ihn jedes Jahr aufs Neue: Mit einem neuen Motto, Ergänzungen für unseren Ideenkatalog, Werbemitteln und unserem bundesweiten Auftritt im Internet. Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden, denn wir merken, wie unsere Impulse und Vorschläge angenommen und umgesetzt werden. Und wir stellen fest, dass der TdF vor allem dort erfolgreich ist, wo zahlreiche Akteure am Tisch sitzen und diesen Tag gemeinsam planen und umsetzen. Diese gemeinsame Arbeit an einem verbindlichen Ziel ist ein weiterer großer Erfolg, den wir mit den TdF erreicht haben.
Natürlich gibt es auch einen Wermutstropfen: Trotz des offiziellen Termins am 3. Septemberwochenende findet der TdF in einigen Städten/Gemeinden an einem anderen Termin statt. Wir verstehen, dass es hierfür manchmal lokale Zwänge gibt, müssen aber immer wieder darauf hinweisen, dass ein einheitlicher Auftritt einfach mehr Schlagkraft in der Öffentlichkeit hat.
Schade ist weiterhin, dass manch ein Organisator das Handtuch wirft, wenn es mit dem Programm auf dem Friedhof nicht klappt. Denn es gibt schließlich Alternativen, wie einen Auftritt in der Fußgängerzone. Eine solche Präsentation ansprechend gestaltet und sympathisch rübergebracht, war schon in vielen Städten erfolgreich, wie zum Beispiel dieses Jahr in Bonn.

Zur Aktion in diesem Jahr, die unter dem Motto „Kein Ort wie jeder andere“ stand: Wie war die Resonanz unter den Friedhofsgärtnern? Wurden Ihre Erwartungen erreicht?
Das Motto ist ein Signal, das wir geben. Das Motto ist aber auch eine Hilfestellung für die Veranstalter, mit der wir eine Philosophie und konkrete Ideen verbinden. Das diesjährige Thema „Kein Ort wie jeder andere“ wurde in vielen Städten aufgegriffen und erhielt eine positive Resonanz. Zusätzlich beobachten wir, dass gerade große Veranstalter ihr eigenes Thema wählen. Das sehen wir jedoch überhaupt nicht als Problem. Denn gerade dort erfolgt die Planung durch ein großes Team, in dem alle Aktiven – von der Verwaltung über die Religionsgemeinschaften bis hin zu den Gewerken – beteiligt sind. Oft ist dann das Thema sehr lokal geprägt und entsteht bereits nach dem letzten TdF.
Wir verstehen unsere Motto-Vorschläge als Angebot und nicht als Pflicht. Im Gegenteil: Es ist doch hervorragend, wenn sich die Organisatoren mit dem TdF so identifizieren, dass sie vor Ort ihre Wege finden. Wichtig ist uns, dass die Friedhofsgärtner immer an der Spitze mit dabei sind. Aber das ist auch sehr von den Friedhofsgärtnern abhängig, sie dürfen sich hier das Zepter nicht aus der Hand nehmen lassen. So verstehen wir auch unseren Auftrag: Wir bieten den Mitgliedern eine Plattform, mit der sie arbeiten können, aber nicht müssen. Das Motto ist ein Teil davon. (hlw)

Welchen Einfluss der demografische Wandel auf das Thema Trauerkultur hat, wie sich die Branche darauf einstellt und wohin sich der Tag des Friedhofs weiterentwickeln wird, lesen Sie in unserem kompletten Interview in der aktuellen TASPO Ausgabe 40/12.