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Befristete Arbeitsverträge sofort unterschreiben

Arbeitgeber X und Arbeitnehmer Y sind sich einig und bekräftigen mit Handschlag eine Absprache über ein befristetes Arbeitsverhältnis. Y nimmt die Arbeit auf und Gärtner X verschiebt die Erstellung des schriftlichen Arbeitsvertrags bis zum kommenden Wochenende. Vorsicht Falle, warnt RA Thomas Stangl. Der Rechtsanwalt beim Arbeitgeberverband für die Land- und Forstwirtschaft (AGV) Bayern erwähnte dieses Beispiel beim Gartenbautag Oberbayern und Schwaben. Wenn es sich um einen befristeten Arbeitsvertrag handeln soll, dieser aber nicht vor Aufnahme der Arbeit in Schriftform vorliegt und von beiden Seiten unterschrieben wird, muss der Arbeitgeber damit rechnen, dass es sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt. Zu einem vergleichbaren Fall gebe es jedenfalls ein viel diskutiertes Urteil des Bundesarbeitsgerichtes. Arbeitnehmer und Arbeitgeber hatten sich auf einen auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag geeinigt. Erst zehn Tage nach Arbeitsaufnahme wurde der schriftliche Arbeitsvertrag unterschrieben. Als die zwei Jahre abgelaufen waren, klagte der Arbeitnehmer auf Feststellung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses und bekam Recht. Die Arbeitsrichter folgten der Argumentation, es liege ein unbefristeter Arbeitsvertrag vor, da der Vertrag über die Befristung erst mehrere Tage nach Arbeitsbeginn nachgereicht wurde. Nachträglich aber könne nicht befristet werden. Stangl: "Das Arbeitsverhältnis darf also erst angetreten werden, wenn der Vertrag unterschrieben ist." Die Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse abzuschließen, sei in der grünen Branche sehr wichtig. Arbeitgeber dürften die damit verbundenen Vorgaben aber nicht unterschätzen.