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Beherzte Rettungsaktion für neun Gartenbaubetriebe - Münsterland und Emsland litten unter Schneechaos

Der plötzliche Wintereinbruch mit heftigen Schneestürmen sorgte in der Nacht vom Freitag, den 25. November, auf Samstag, den 26. November 2005, vor allem im westlichen Münsterland und südlichen Emsland für Schäden in Millionenhöhe. Auch Gewächshausanlagen waren davon betroffen und wurden im Einzelfall bis zum Totalzusammenbruch geschädigt. Die Gartenbau-Versicherung VVaG (GV), Wiesbaden, berichtete am Montag von 80 Schadenmeldungen. Insgesamt rechnet die Versicherungsgesellschaft mit 100 bis 150 Schäden durch Schneedruck und einer Schadenhöhe von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Der größte bei der Gesellschaft versicherte Schaden beläuft sich nach erster Einschätzung auf rund 500000 Euro. Kulturschäden durch Frost oder Untertemperatur blieben nach bisherigen Informationen der GV weitestgehend aus. Als am Freitag gegen 14 Uhr der Strom in der gesamten Region ausfiel, reagierten zwei Gartenbaubetriebe geistesgegenwärtig. Sie kauften vorsorglich kurzfristig 500 Meter Starkstromkabel, schlossen diese an die zwei vorhandenen Blockheizkraftwerke an und versorgten so insgesamt neun Nachbarbetriebe rund 50 Stunden lang mit Notstrom. Durch diese beherzte Tat konnten die Heizungsanlagen weiter in Funktion gehalten und Frostschäden an den Kulturen fast vollständig verhindert werden.

Der Wintereinbruch hat im Münsterland nicht nur die Strommasten in die Knie gezwungen, sondern im Emsland auch die Produktions- und Logistikhalle des Gartenbauunternehmens von Bennie Kuipers zum Einsturz gebracht. Wie Kuipers gegenüber der TASPO bestätigte, sind in Emsbüren die Hallen mit einer Fläche von 35000 Quadratmetern komplett eingestürzt. Die Gebäude waren mit Stegdoppelplatten gedeckt. Der Schnee taute nicht ab. Wie hoch der entstandene Schaden ist, zu dem auch die Maschinen in der Produktionshalle zählen, ließ sich zum Redaktionsschluss noch nicht sagen, da die Hallen noch nicht betreten werden konnten und der Schnee gerade erst anfing zu tauen. Die Gewächshäuser sind von dem Einsturz nicht betroffen. Auch der Heizungsraum ist unversehrt, so dass die Glashäuser weiter beheizt werden können. Kuipers ist nach eigenen Angaben gut in den Niederlanden versichert und geht davon aus, dass in fünf bis sechs Wochen die Hallen wieder aufgebaut sind. Da er erst im März wieder mit der Auslieferung beginnt, sieht er keine Beeinträchtigung für Kulturen oder Lieferverträge.