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Bekämpfungsstratgien: Bei Blattläusen unbedingt Resistenzen vermeiden

Wer Blattläuse nachhaltig und wirkungsvoll bekämpfen will, muss einige Punkte strikt beachten. Der Erfolg hängt ab vom Zeitpunkt, vom eigentlichen Pflanzenschutzmittel und seinem Wirkstoff, von den Gegenspielern und vom Kulturzustand. Weiterhin vom Stadium der Blattläuse, ihrem Nahrungsangebot und natürlich von der Witterung, von Licht, Temperatur und Luftfeuchte. Kerstin Radtke, Agrarreferendarin in der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, zeigte einige Bekämpfungsstrategien auf. Wegen drohender Resistenz sollten Mittel aus den verschiedenen Wirkstoffgruppe immer abwechselnd eingesetzt werden: Phosphororganische Verbindungen (Dimethoat), Nitroguanidine (Imidacloprid), Pyridin-Azomethine (Pymetrozin), Pyrethroide (beta-Cyfluthrin, lambda-Cyhalothrin), Carbamate (Pirimicarb). Sie erläuterte die Mittel Perfekthion, Confidor WG 70, Plenum 50 WG, Karate WG Forst und Pirimor-Granulat, die teilweise systemisch und nichtsystemisch wirken. Sie alle haben unterschiedliche Temperaturbereiche, in denen sie besonders gut wirken, und unterschiedliches Verhalten gegenüber den Gegenspielern der Blattläuse. Eine Genehmigung nach Paragraph 18 b haben für Ziergehölze im Freiland auch Decis (Deltamethrin) und Dantop (Chlothianidin). Sowie für Baumschulgehölze im Freiland (ebenfalls §18b) auch Bulldock (beta-Cyfluthrin) und Decis flüssig (Deltamethrin). Sie riet dazu, das physiologische Stadium der Pflanze zu beachten, um sie nicht zu schädigen. Wichtig ist vor allem, Testspritzungen vorzunehmen, da wegen der Vielfalt der Arten und Sorten in der Baumschule niemand exakt die Auswirkungen der Pflanzenschutzbehandlungen vorhersagen kann. Besonders sei auch die biologische Bekämpfung zu fördern oder unterstützend einzusetzen. Dazu zählt, die Nützlinge zu fördern, beispielsweise Schlupfwespen. Oder die Pflege durch Ameisen, welche die Blattläuse unterstützen, dies zu unterbinden. Möglich ist auch die Farbwahl der Blattläuse zu berücksichtigen, beispielsweise einen gelb-grünen Kontrast herzustellen und mit Stroh am Beetrand abzulenken.