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Beruf Baumschulgärtner: Pflanzen und Technik

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Bäume und Sträucher müssen mit schwierigen Standorten, wenig Platz, Trockenheit und Hitze zurechtkommen. Städtische Bepflanzung, die Feinstaub filtert, Schatten spendet und Niederschläge aufnimmt, wird durch den Klimawandel immer wichtiger für die Bewohner. Hier kommen die Pflanzenexperten ins Spiel: Baumschulgärtner wählen Gehölze gezielt aus, vermehren und kultivieren diejenigen, die an die Veränderungen angepasst sind.

Baumschulgärtner ist ein moderner Beruf, bei dem die Verantwortung für Pflanzen im Mittelpunkt steht. Foto: BdB

Vielfältige berufliche Perspektiven für Baumschulgärtner

„Wer heute Baumschulgärtner oder Baumschulgärtnerin wird, dem stehen vielfältige berufliche Perspektiven offen“, erklärt Marius Tegethoff, Ansprechpartner für Ausbildungsfragen beim Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. „Das Tätigkeitsspektrum reicht von Züchtung und Veredelung, Formschnitt und Pflanzenpflege, Beratung und Verkauf bis zur Entwicklung neuer Verfahren.“

Wer sich spezialisieren will, kann dies bereits bei der Wahl des Ausbildungsbetriebes berücksichtigen. „In unseren rund 1.000 Mitgliedsbetrieben gibt es sowohl kleine Familienbetriebe als auch große Unternehmen, die international agieren“, erklärt Tegethoff. „Es lohnt sich daher, genau zu wissen, wie ein Betrieb aufgestellt ist, welche Arbeiten besonders häufig anfallen, welche weniger. Am besten findet man dies bei einem Ferienpraktikum heraus.“

Ausbildungsangebot durch überbetriebliche Lehrgänge ergänzt

Jeder angehende Baumschulgärtner durchläuft die verschiedenen Aufgabenbereiche der Baumschule. Zusätzlich werden überbetriebliche Lehrgänge zu Spezialthemen wie Pflanzenwissen oder das Bedienen von Maschinen angeboten. Nach dem Abschluss der Ausbildung folgen die sogenannten Gehilfenjahre – ähnlich den Gesellenjahren in Handwerksberufen.

Tegethoff sagt dazu: „Wir empfehlen, zu Anfang der beruflichen Laufbahn in unterschiedlichen Betrieben zu arbeiten. Denn überall kommen andere Verfahren zum Einsatz, die man auf diese Weise kennenlernen kann. Durchaus üblich ist es auch, als Gehilfe Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Besonders in Europa ist die Baumschulbranche sehr gut vernetzt.“

Fortbildung: Baumschulkaufmann oder Baumkontrolleur?

Ebenso vielfältig wie die Baumschulbetriebe und ihre Aufgabenbereiche, sind die Fortbildungsmöglichkeiten. Wer seine Interessen im kaufmännischen Bereich sieht, kann sich durch eine Zusatzausbildung zum Baumschulkaufmann qualifizieren. Aber auch Baumkontrolleure haben Konjunktur: Da Städte und Landkreise für die Sicherheit und damit auch für den Zustand der Bäume im öffentlichen Raum verantwortlich sind, braucht es Experten, die regelmäßig überprüfen, ob Schäden vorliegen. Dazu ist der Fachagrarwirt Baumpflege und Baumsanierung nötig.

„Eines ist sicher: der Beruf des Gärtners hat heute nichts mehr mit dem Bild vom Mann mit Strohhut und Harke zu tun. Es ist ein moderner Beruf, der technisch auf dem neuesten Stand ist und sich dynamisch weiterentwickelt“, sagt Tegethoff. „Die Verantwortung für Pflanzen steht weiterhin im Mittelpunkt unserer Arbeit, aber das Wissen und die Möglichkeiten erweitern sich ständig.“

Weitere Informationen zur Ausbildung zum Baumschulgärtner und Betriebe vor Ort sind unter www.zukunftgruen.de zu finden.