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Beruf Gärtner: Grundausbildung in allen Sparten ähnlich

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In den entsprechenden Gremien der Gartenbau-Verbände geht es derzeit immer wieder um ein wichtiges Thema: Die komplette Neuaufstellung der Ausbildungsverordnung zum Beruf Gärtner. Ein sensibles Thema, bei dem viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Denn die Idee einer vereinheitlichteren Ausbildung mit klarerem Außenauftritt muss mit den Anforderungen der einzelnen Sparten in Einklang gebracht werden.

Eine neue Ausbildungsverordnung soll dem Gartenbau wieder mehr Azubis bescheren. Foto: Grünes Medienhaus

Welche Ausbildungsinhalte müssen auf den Prüfstand?

„Die Diskussion läuft derzeit auf Hochtouren. Angestoßen von uns, wird das Thema in den Fachgruppen und Fachverbänden intensiv bearbeitet“, bestätigt der Zentralverband Gartenbau (ZVG). Es gehe dabei vor allem darum, welche Ausbildungsinhalte auf den Prüfstand müssen. Dabei wagten alle Beteiligten einen Blick in die Zukunft: Welche Qualifikationen brauchen die Betriebe bei ihren Arbeitskräften in zehn bis 15 Jahren? „Mit unserem Anliegen haben wir einen wichtigen Nerv getroffen. Das zeigt das große Echo in den Verbänden“, so der ZVG. Man wolle diesen Austausch innerhalb der Branche zunächst zu Ende führen und dann mit den Ergebnissen an die Sozialpartner treten.

WVG Nord für spartenübergreifende Ausbildung

Wohin es in Zukunft in der Ausbildung gehen könnte, lassen Ausführungen im Verbandsblatt des Wirtschaftsverbands Gartenbau Norddeutschland (WVG Nord) erahnen, der sich bekanntlich seit Jahren für eine spartenübergreifende Ausbildung einsetzt: „Worin bestehen die qualitativen Unterschiede von Vermehrung in den Fachrichtungen?“, fragt eine Grafik im Verbandsblatt – und zeigt auf, dass diese nur wenig unterschiedlich sind. Ob Geranien-, Stauden- oder Gehölzsteckling, das Prozedere und die weitere Kultur sind eben fast gleich. Ein Beispiel, das sich auf viele Tätigkeiten der Ausbildung übertragen lässt.

Gremien nähern sich Konsens zur neuen Ausbildungsverordnung

In einem ersten Schritt werden, wie oben dargelegt, aus fachspartenspezifischen Ausbildungsinhalten solche herausgefiltert, die in gewissen Grenzen in allen Fachsparten vertreten sind. In einem zweiten Schritt werden, wie der WVG Nord darlegt, die qualitativen Unterschiede von fachspezifischen Inhalten herausgearbeitet – beispielsweise die Unterschiede bei der Vermehrung oder Pflanzen-Aufbereitung in den einzelnen Sparten. Die Ergebnisse und Entwürfe dieser Diskussion gehen wieder zur Bewertung und Überarbeitung in die einzelnen Fachgruppen, damit sichergestellt ist, dass sich jede Sparte bei den fachgruppenübergreifenden Inhalten grundsätzlich wiederfindet.

Anfang November geht es dann weiter: Da geht es in den Fachgremien um Themen wie die Berufsbezeichnung, die Ausbildungsdauer und deren zeitliche Gliederung. Schritt für Schritt nähern sich die Beteiligten damit einem Konsens zur neuen Ausbildungsverordnung, die der Arbeitnehmervertretung, später weiteren Verantwortlichen vorgelegt werden kann.

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