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Berufsfeldanalyse Landschaftsarchitektur: welche Wege Absolventen nach dem Studium einschlagen

Haben unsere Absolventen den Berufseinstieg geschafft? So lautete die zentrale Frage der aktuellen Absolventenbefragung für Landschaftsarchitektur und verwandte Studiengänge. Insgesamt 611 Fragebögen flossen in die Befragung ein, deren Ergebnisse am Vorabend der Osnabrücker Kontaktstudientage Anfang November vorgestellt wurden.

Beschäftigung nach Wirtschaftszweigen und Studienschwerpunkt. Grafik: HS Osnabrück

Die im dreijährigen Turnus durchgeführte und zentral von der Hochschule Osnabrück ausgewertete Absolventenbefragung beschränkte sich auf die Abschlussjahrgänge 2008 bis 2011. Die inhaltlichen Fragestellungen des weitgehend unveränderten Fragebogens betreuten Prof. Hubertus von Dressler, Fachgebiet Landschaftsplanung/Landschaftspflege, sowie Prof. Martin Thieme-Hack, Fachgebiet Baubetrieb im Landschaftsbau, von der Hochschule Osnabrück.

Die wichtige Frage, ob die Absolventen nach Abschluss ihres Studiums berufstätig sind, bejahten im Bereich Landschaftsbau 91 Prozent, im Bereich Landschaftsplanung 77 Prozent und im Bereich Freiraumplanung 70 Prozent der Befragten. Im Vergleich zu den Vorjahren war eine höhere Schwankung in den Bereichen Landschafts- und Freiraumplanung festzustellen, während der Landschaftsbau eine eher stabile Quote aufweist.

Dies wird auch darauf zurückgeführt, dass es bisher nur zwei Standorte mit diesem Schwerpunkt gab, die in die Ergebnisse eingeflossen sind. Die geringere Berufstätigkeit von Absolventen der Freiraumplanung wird unter anderem auf den zunehmenden Trend zum Masterstudium in diesem Bereich zurückgeführt. Gestützt werde diese These durch die verhältnismäßig hohe Weiterbildungsquote von rund 60 Prozent im Bereich Freiraumplanung. Grund hierfür könnte laut den Bearbeitern der Befragung sein, dass ein sechssemestriger Bachelor in vielen Bundesländern nicht kammerfähig ist. Somit dürfen sich die Absolventen erst nach einer Weiterqualifizierung in einem konsekutiven Masterstudiengang als Landschaftsarchitekten bezeichnen.

Bei der Frage, ob die derzeitige Beschäftigung der Ausbildung der Absolventen entspreche, ließ sich den Angaben zufolge kein echter Trend erkennen. Rund zwei Drittel aller Absolventen bezeichneten ihre derzeitige Tätigkeit jeweils als ausbildungsgemäß, während dies bei gut einem Viertel der Befragten nur bedingt der Fall ist. Für den Landschaftsbau vermuten die Bearbeiter der Befragung, dass viele Absolventen nach ihrem Studium wieder auf die Baustelle gehen, weil sie nicht bereit sind, den Wohnort für einen ausbildungsgemäßen Arbeitsplatz zu wechseln.

Bei der Verteilung der Absolventen auf die Wirtschaftszweige konnten keine signifikanten Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren festgestellt werden. Deutlich werde aber, dass es für jeden Studienschwerpunkt einen Hauptwirtschaftszweig gibt. So finden Absolventen der Freiraum- und Landschaftsplanung laut den Ergebnissen hauptsächlich in Planungsbüros eine Beschäftigung, während im Landschaftsbau knapp drei Viertel der Absolventen in Ausführungsbetrieben arbeiten.

Deutlich werde aber auch, dass es in fast allen Wirtschaftszweigen Beschäftigungsmöglichkeiten gibt (siehe Grafik). Dies spricht den Bearbeitern der Befragung zufolge für eindeutige Schwerpunktsetzungen innerhalb der Curricula, wenn dabei gleichzeitig nicht zentrale gemeinsame Grundlagen des Berufsfeldes vernachlässigt würden.

Gefragt wurden die Absolventen auch, welche Fächer oder Module sie aufgrund ihrer Berufserfahrung für wichtig erachten und ob der Umfang, in dem das Thema behandelt wurde, zu viel, ausreichend oder zu wenig war. Auffällig ist hier, dass sich alle teilnehmenden Absolventen in ihrem Studium mehr Geschichte der Gartenkunst gewünscht hätten. Im Bereich der Landschaftsplanung wurde ebenso der Gartendenkmalpflege ein größerer Schwerpunkt beigemessen als bisher.

Außerdem wurde in der Freiraumplanung der Wunsch nach einer stärkeren Betonung der Fächer Botanik und Bodenkunde geäußert, im Bereich Landschaftsbau wurden die Fächer Ökologie sowie Zoologie genannt. Allerdings ließen sich diese Angaben nicht ungeprüft auf die Gestaltung der Curricula übertragen und müssen noch genauer analysiert und bewertet werden.

Einig waren sich alle Absolventen, dass Projektarbeit für das Studium sehr wichtig sei und im Umfang mehr sein könnte. Dieser Frage nach dem Verständnis von Projektarbeit an den einzelnen Standorten hat sich nun auch die Hochschulkonferenz Landschaft (HKL) angenommen. (ts)