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Bestattungsfachkraft: Neuer Beruf mit vielen Facetten

Mandy Baumgärtel sieht gut aus und kann gut und einfühlsam reden. Sie erlernt im zweiten Jahr den Beruf der Bestattungsfachkraft. Warum sie diese nicht gerade einfache Richtung wählte? Es sei die vielfältige Arbeit sagt sie: Büro, Beratung, Überführung, Trauerfeier und als wesentliches Argument die Betrachtung des Todes als Teil des Lebens. Ja, der Tod sei noch ein Tabuthema, aber die Trauernden brauchten gerade hier fachkundige Hilfe. Ganz wichtig: Man dürfe mitfühlen, aber nicht mitleiden. Man müsse den Hinterbliebenen Sicherheit bieten und Hilfe bei der Trauerbewältigung. Das neue Berufsbild führe weg vom Totengräberimage, es zeige aber auch fließende Übergänge zum Gärtnerberuf. Wer eignet sich für den Beruf Bestattungsfachkraft, und welche Prüfungen erwarten die Bewerber? Dazu sprach Volker Mewes von der Abteilung Friedhöfe des Leipziger Grünflächenamtes. Die erste Sichtung erfolge in Leipzig nach den Tests der Deutschen Gesellschaft für Personalentwicklung, dann gehe es um die eigentlichen praktischen Prüf-Aufgaben. Das wären zum Beispiel handwerkliches Geschick, das Ausfüllen eines Bestattungsauftrages, die Rezitation eines vorgegebenen Textes aber auch die Arbeit am offenen Sarg. Entscheidend sei letztlich das persönliche Gespräch, bei dem die Bewerber auch ihre Beweggründe zum Ergreifen dieses Berufes aufzeigen müssten. Die Ausbildung sei zweigeteilt, sie erfolge zum einen auf den städtischen Friedhöfen und zum anderen im Eigenbetrieb Städtisches Bestattungswesen. In den einzelnen Lehrjahren gehe es unter anderem um folgende Bereiche: 1. Lehrjahr: Den Friedhof kennenlernen, Rechtsvorschriften, Riten und Gebräuche; hoheitliche und gewerbliche Vorgänge bearbeiten, einfache Arbeiten am Grab (öffnen und schließen) verrichten. 2. Lehrjahr: Arbeit im Krematorium, Beratung der Hinterbliebenen, Versorgung und Transport von Leichen, hoheitliche Bestattung, grabtechnische Arbeiten. 3. Lehrjahr: Selbstständige Durchführung von Bestattungen, Beratung zur Bestattungsvorsorge, Trauerpsychologie.