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Bestattungsvereine – mögliche Alternative als Friedhofsträger?

Dass ein kleiner Friedhof auch in privater Trägerschaft überleben kann, zeigt das Beispiel des ungewöhnlichen Friedhofes in Bremen-Sebaldsbrück. Sein Träger ist der Verein für die Beerdigungsanstalt in Sebaldsbrück, und das schon seit 1893, also seit rund 120 Jahren. Damit ist der Friedhof einer der wenigen Privatfriedhöfe in Deutschland – und in Bremen der einzige.

Er ist recht klein, gerade einmal 2.900 Quadratmeter groß, liegt zwischen einer stark befahrenen Ausfallstraße und einer Bahnlinie. Gepflegt wird er von den Mitgliedern des Vereines, die genaue Vorgaben erfüllen müssen: Wer ein Grab erwirbt, behält es ohne Wiedererwerbskosten im Familienbesitz. Er muss es selbst pflegen und erhalten.

Dafür sind die Kosten einmalig günstig: Wer ein Grab erwirbt, wird automatisch Mitglied im Verein. Die Übernahme einer Grabstätte kostet einmalig je nach Größe des Grabes zwischen 200 Euro (für zwei Quadratmeter) und 2.200 Euro (für 22 Quadratmeter), dazu kommt jährlich eine Friedhofsgebühr zwischen 50 und 145 Euro.

Die Gebühren werden allesamt für Pflege und Erhalt des idyllischen Friedhofes verwendet. So gibt es beispielsweise eine Pumpe, ein voll ausgestattetes Gerätehaus, das alle Mitglieder kostenlos nutzen können, sowie Bänke, auf denen auch Besucher oder Mitarbeiter der umliegenden Firmen herzlich willkommen sind.

Auf dem Friedhof befinden sich 92 Grabstätten, die ältesten von ihnen zeugen von traditionellen Familiengräbern, die bis ins Jahr 1904 zurückreichen. Der geltende Lageplan von 2007 weist neben den traditionellen großen Familiengräbern mittlerweile auch viele kleinere Grabstätten aus. Insgesamt sind derzeit 92 verkauft und fast alle belegt, so der langjährige Vereinsvorsitzende Uwe Auschwitz. Weitere 20 Grabstellen sind aber jederzeit anleg- und zusätzlich verkaufbar.

Mehr über die Entstehungsgeschichte und den Verein lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 29/2013.