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BGI reagiert auf Vorwürfe des BUND

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Kürzlich stellte der BUND eine Studie vor, die belege, dass in vielen als besonders bienenfreundlich vermarkteten Topfpflanzen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu finden seien. Der Verband des deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) hat darauf reagiert und den Dialog gesucht.

Auslöser der Diskussion war eine Studie, die bienenschädigende Pflanzenschutzmittelrückstände auf als bienenfreundlich vermarkteten Zierpflanzen nachwies. Foto: Pixabay

BGI lädt BUND- und Global 200-Vertreter zu Netzwerktreffen ein

Die Vorwürfe wogen schwer, denn der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gemeinsam mit der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 als bienenfreundliche Pflanzen vermarktete Produkte getestet. Auf 40 Prozent aller Proben fanden sich demnach Rückstände hoch bienengiftiger Pestizide, die zum Zeitpunkt des Tests zudem keine Zulassung in der EU haben. Insgesamt konnten 55 unterschiedliche Pestizidwirkstoffe nachgewiesen werden. Als besonders belastet stellte sich ein Männertreu heraus, auf dem Rückstände von 19 Wirkstoffen zu finden war (TASPO Online berichtete). Die Veröffentlichung der Studie hat den BGI dazu veranlasst, Vertreter von BUND und Global 2000 zum digitalen Netzwerktreffen der Topfpflanzengroßhändler einzuladen und die Studie den Mitgliedern nochmals detailliert vorzustellen.

BUND und Global 2000 folgen der Einladung

Der BUND folge dieser Einladung und schickte Corina Hölzel zur digitalen Veranstaltung. Hölzel stellte dort die Ergebnisse noch einmal vor und präsentierte Forderungen an die Politik, im Hinblick auf systematische staatliche Kontrollen von Pestizidrückständen auf Zierpflanzen und insbesondere importierter Ware, zum Schutz bestäubender Insekten. Des Weiteren fordert der BUND strengere Kriterien für den europäischen Pflanzenpass und befürworte eine Ausweitung auf die Herkünfte des Ausgangsmaterials. Ein regionaler Anbau von Zierpflanzen werde demnach deutlich favorisiert. Auch Global 2000 schickte mit Dominik Linhard einen Vertreter zum Netzwerktreffen, der Ökotox-Index vorstellte. Auf Basis des Index‘ stellt die österreichische NGO Pestizidrichtlinien für Zierpflanzen auf. Darin fließen unter anderem die Verweildauer von Pestiziden im Boden und im Wasser, die Giftigkeit für Menschen, Tiere und Organismen ein.

Topfpflanzengroßhändler offen für Problematik

Im Anschluss an die Vorstellung der Studie schloss sich laut BGI eine rege Diskussionsrunde an. Darin zeigten sich die Großhändler offen für die Problematik. Allerdings wiesen sie auf eine notwendige Betrachtung der globalen Zusammenhänge der Zierpflanzenproduktion und Vermarktung hin. Sie betonten den verantwortlichen Umgang der Unternehmen mit den von ihnen vermarkteten Pflanzen auch im Hinblick auf ihre Bezugsquellen. Weiterhin stellten sie die Forderung nach einer rein regionalen Produktion als nicht praktikabel heraus. Auf Grundlage der Diskussion wolle man auch weiterhin im Austausch bleiben und die angesprochenen Themen weiterverfolgen.

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