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BGL verlässt den ZVG: Wunsch nach gemeinsamem grünen Dachverband bleibt allerdings bestehen.

Zum 31. Dezember 2009 wird der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) den Zentralverband Gartenbau (ZVG) nun endgültig verlassen. Bereits vor vier Jahren gab es solche Überlegungen, die dann aber erst einmal in einer assoziierten Mitgliedschaft im ZVG mündeten. Offiziell begründet der Hauptausschuss des BGL den Schritt des Verbandes damit, dass sich der BGL mehr Unterstützung von Seiten des ZVG gewünscht hätte bei der Mitfinanzierung der Motorsägenkurse durch die Berufsgenossenschaft. 250.000 Euro kosten diese Kurse jährlich die Garten- und Landschaftsbaubetriebe.

Hinter dieser Begründung schwelt jedoch schon seit Jahren die Unzufriedenheit des BGL mit der nach seiner Meinung mangelnden Beweglichkeit des ZVG. „Wir arbeiten seit fünf Jahren an einem neuen, grünen Dach, ein entsprechender Satzungsentwurf liegt vor, aber es geht nicht weiter“, bemängelt Hauptgeschäftsführer Dr. Hermann Kurth, der sich schon vom Austritt des BGL als ordentlichem Mitglied vor Jahren versprochen hatte, eine Veränderung anzustoßen. Als Signal versteht er auch den nun vollzogenen Austritt des BGL: Er wünscht sich, dass die Idee eines gemeinsamen Daches der verschiedensten grünen Verbände endlich verwirklicht wird. Dabei gebe es viele Themen, mit denen ein Dachverband gemeinsame Positionen beziehen könnte und zu denen das aus Sicht des BGL auch sehr sinnvoll wäre: Umwelt, Nachhaltigkeit, die Pflanze böten große Chancen für die Branche. Allerdings „kann ich nicht Bundesverband und Dachverband in einem sein“.

In einer ersten Stellungnahme bedauert der ZVG den Austritt des BGL, wertet aber „Form und vordergründige Begründung als Druckmittel“. Haushaltsmäßig und strukturell werde die Kündigung ebenso wenig zu kurzfristigen Reaktionen führen wie die letztjährige Kündigung des BGL im Verein Bildungsstätte. Sie steht aus Sicht des ZVG nicht im Einklang mit der überwiegend positiven Zusammenarbeit auf Landesebene. Auf die Frage, ob der ZVG überhaupt noch eine Chance für ein gemeinsames grünes Dach sieht, betont Generalsekretär Dr. Siegfried Scholz, dass das Angebot zu Gesprächen von Seiten des Präsidenten des ZVG, Heinz Herker, regelmäßig betont worden sei. Maxime müsse jedoch das „Vertrauen stiftende offene Gespräch unter Partnern sein, unter Wahrung der Interessen aller, die sich bis dato im ZVG organisiert haben und die ihn tragen“. In dieser Form ergäben sich weiterhin Chancen für strukturelle Weiterentwicklungen. „In diesem Sinne wurden vom ZVG-Präsidenten Gespräche geführt und weitere angemahnt, ohne den entsprechenden Erfolg“, erläutert Scholz die Sichtweise des ZVG.

Darüber hinaus sieht Scholz Fortschritte beim Überarbeiten der innerverbandlichen Strukturen im ZVG.