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Bienen-Aktionen: Dauerbrenner im (Fach-)Handel

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Zahlreiche Aktivitäten im Land haben die Aufmerksamkeit auf das Bienensterben gelenkt. Der gärtnerische Fachhandel ist hier prädestiniert, sich mit bienenfreundlichen Sortimenten ins Blickfeld zu rücken. Dem hochemotionalen Bereich widmen sich mittlerweile jedoch auch viele andere Handels- und Herstellerbereiche.

Beispiel einer POS-Präsentation mit bienenfreundlichen Pflanzen (egesa garten). Foto: Renate Veth

Gartencenter-Branche federführend

Tobias Stierle, Betriebsleiter im Gartencenter Streb (Pforzheim) fürchtet den Wettbewerb nicht: „Der LEH, insbesondere die Discounter, werden sich schwer tun, hinsichtlich ihrer Lieferanten (Monokulturen, Gemüse, Obst oder Bienenhonig) überzeugend zu argumentieren. Federführend bei diesem Thema war und ist die Gartencenter-Branche, hier (zum Beispiel grün erleben – Sagaflor) haben wir überwiegend eigene angrenzende Lieferanten im Hintergrund, nämlich unsere regionalen Produktionsbetriebe.“

Das Gartencenter Streb hat viele Aktionen zum Thema an den Start gebracht und speziell im Stauden- und Baumschulbereich seit rund drei Jahren das Thema fest verankert. „Wir haben Thementische für Nützlinge und Bienen aufgebaut, Imker eingeladen, Infotage veranstaltet, Obst- und Gartenbauvereine angeschrieben. Bienenhotels und ähnliches haben wir seit Jahren bereits im Portfolio“, so Stierle.

Nachfrage nach „bienenfreundlichen“ Pflanzen steigt

Eine deutlich gestiegene Nachfrage nach „bienenfreundlichen“ Pflanzen und Bepflanzungen im Bereich Beet- und Balkon und Baumschule beobachtet Marina Peters, Peters Blumen und Pflanzen (Bremerhaven). „Der Kunde befasst sich – auch durch die starke mediale Aufmerksamkeit – vermehrt mit diesem Thema. Aktionen haben wir bisher nicht durchgeführt oder geplant. Aber wir haben ein extra ausgezeichnetes bienenfreundliches Staudensortiment im Programm.“

Für den Beet- und Balkonpflanzen-Bereich gibt es Peters zufolge ebenso schon einige Gärtner, „von denen wir Töpfe – mit Stecketiketten versehen – beziehen, die auf die Bienenfreundlichkeit der Pflanzen hinweisen. Außerdem stellen wir Hinweistafeln für die Kunden am jeweiligen POS auf, die ebenfalls auf ,Bienenfreundlichkeit‘ hinweisen.“

Pflanzenhändler können Fachkompetenz zeigen

Bereits über seine Planungen für das nächste Jahr berichtet Richard Ritter, Ritter – Blumen und Pflanzen (Wallerstein). „Das Thema ,Bienenfreundliche Pflanzen‘ wird das Top-Thema für 2019 und danach ein Dauerbrenner bleiben. Gerade weil LEH und DIY dieses Thema aufgreifen, müssen wir bei unseren Kunden mit diesem Thema präsent sein“, ist sich Ritter bewusst.

„Hier können wir auch sehr schön unsere Fachkompetenz zeigen und durch individuelle Aktionen untermauern“, so Ritter weiter. „In unserem Betrieb haben wir bereits in der Vergangenheit mit Flyern und Aktionen zu Insektenhotels und ähnlichem das Thema bespielt. Für 2019 werden wir von April bis September unseren Kunden einen Aufbau mit den jeweiligen saisonal attraktiven Bienen-Pflanzen zeigen. Und wir sind uns sicher, dass wir das besser können, als der LEH.“

Schau-Bienenstock am POS

Jentsch Gartenbau und Floristik (Bargteheide) hat bereits im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Imkerverein einen Schau-Bienenstock mit einer Glasscheibe im Betrieb aufgestellt, „um daran zu erklären, dass erstens Bienen im Garten ungefährlich sind und zweitens um aufzuzeigen, welche Pflanzen besonders von Bienen angeflogen werden“, wie Kai Jentsch berichtet.

„Ein Schild ist das eine, hunderte Bienen auf dem Tisch mit bienenfreundlichen Pflanzen etwas Anschaulicheres. Wir haben darauf sehr positive Reaktionen unserer Kunden erhalten, besonders in Verbindung mit dem Thema Vermeidung von Neonicotinoiden.“

Gezielte Aufklärung zum Thema Pflanzenschutz

Wichtig im Verkaufsgespräch zum Wohle der Bienen ist eine gezielte Aufklärung zum Thema Pflanzenschutz, betont Bienenexperte Harold Ingwersen von der Baumschule E. Sander (Tornesch). „Gartenbesitzer nehmen immer noch zu wenig Rücksicht auf die Natur und greifen schnell zur Spritze. Teilweise verwenden Privatgartenbesitzer Mittel mit relativ hohem Vernichtungspotenzial, um harmlose Läuse zu bekämpfen.“

Verkaufsgärtner können aufklären und um Geduld bitten, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen eingestellt hat. „Mit zehn Tagen Abstand folgen Marienkäfer und Florfliegenlarven, die sich um das Problem kümmern und ihrerseits wieder Nahrung für Vögel sind“, so Ingwersen.

Den kompletten Beitrag zum Thema „Bienen-Aktionen im Fachhandel“ lesen Sie in der TASPO 41/2018, die am 12. Oktober erschienen ist.