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Bienen und Co: Ist der Tisch gedeckt?

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Jeder Gärtner weiß: Honig- und Wildbienen, aber auch andere Insekten spielen eine wichtige Rolle beim Erhalt der Biodiversität und um den Fruchtertrag seiner Kulturen zu erhalten. Denn die ernähren im Wesentlichen die Bestäuber. Was können Gärtner tun, um das Überleben von Bienen und Co. zu unterstützen?

Baumschulen bieten Kataloge für Gehölze, die Insekten vom zeitigen Frühjahr bis zum ersten Frost mit Nektar und Pollen versorgen. Foto: GMH/Baumschule Sander

Beispiel Baumschule

Harold Ingwersen von der Baumschule E. Sander (Tornesch) macht als Experte in der Branche Lobbyarbeit für Bienen. „Mit unserem Gehölzsortiment und unserem Naturschutzwissen wollen wir Kollegen unterstützen“, zeigt er auf und betont, dass die große Vielfalt von Bienennährgehölzen die Gestaltungsmöglichkeiten kaum einschränke.

So gibt es vom Ranunkelstrauch (Kerria) zwei Varianten. „Die gefüllte ‘Pleniflora’ wird häufiger gepflanzt, dabei duften die ungefüllten Blüten nicht nur besser, sie bieten zudem Insekten auch Nahrung“, erklärt Ingwersen.

Nahrungsangebot im Sommer und Herbst oft knapp

Das gleiche gilt für Rosen: Geschlossene Pompon-Blüten ohne Staubgefäße haben keinen ökologischen Nutzen. „Gerade in diesem Segment gibt es viele schöne Sorten, die sich als Bienenfutterpflanzen eignen.“

Doch nicht nur die Blütenform, auch die Blütezeit sollten Gärtner bei der Produktion und für die Planung von Gärten beachten. Denn idealerweise bietet ein Garten von April bis Oktober Futter. Während im Frühjahr viele Gehölze blühen, wird das Nahrungsangebot im Sommer und Herbst oft knapp. Darauf müsste reagiert werden. Bei Imkern stehen deshalb zwei Gehölze aus Ostasien hoch im Kurs, die ihre Knospen gegen Ende der Saison öffnen.

Blüten für das Saisonende

Der Bienenbaum (Tetradium daniellii) hat auffallende, duftende, weiße Blüten. Die langgestielten Schirmrispen ähneln dem Holunder und sind von Mitte Juli bis Ende August Bienen- und Hummelmagneten. Anschließend dienen purpurrote Samenkapseln den Vögeln als Nahrung.

Noch später im Jahr, von September bis zum ersten Frost, blühe der aus China stammende Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch (Heptacodium miconioides). Wegen ihres reichen Nektarangebots werden die cremeweißen, leicht duftenden Blütenstände intensiv von Bienen angeflogen und wirken einer Mangelernährung und der daraus folgenden erhöhten Wintersterblichkeit entgegen, erklärt Ingwersen.

Duftblüte (Osmanthus heterophyllus) und Blauraute (Perovskia abrotanoides) sind weniger bekannte Beispiele für Blütenpflanzen als Nahrung für Insekten im Herbst.

Weitere Beispiele, was Gärtner tun können, um das Überleben von Bienen und Co. zu unterstützen, finden Sie in der heute erschienenen TASPO 39/2018.