Bienenfreundliche Spritztechnik erhält European Bee Award

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Eine Unterblütenspritzeinrichtung mit spezieller Düsenanordnung ermöglicht Pflanzenschutz ohne Gefahr für Bienen. Foto: Pixabay

Pflanzenschutz ohne Gefahr für die Bienen: Das ist der Gedanke hinter einem speziellen Verfahren, mit dem Kulturpflanzen wie zum Beispiel Raps gegen Pilze und Schadinsekten behandelt werden können. Jetzt wurde das entsprechende Forschungsprojekt der Universität Hohenheim und Industriepartnern in Brüssel mit dem European Bee Award ausgezeichnet.

Rückstände der Pflanzenschutzmittel in Honig und Pollen vermeiden

Warum negative Folgen abwarten, wenn man auch gegen sie vorbeugen kann? Das ist die Idee hinter dem speziell für den bienenfreundlichen Pflanzenschutz entwickelten DroplegUL-Verfahren. „Pflanzenschutzmittel werden dann ausgebracht, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen. Genau dann nehmen aber auch die Bienen am meisten Nektar und Pollen auf, was bislang zu Rückständen im Honig und in den Pollenvorräten der Bienen führt“, erklärt Dr. Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim.

Im Rahmen des Projektes FIT BEE entwickelten Forscher der Universität Hohenheim daher gemeinsam mit Industriepartnern eine bienenfreundliche Spritztechnik und brachte diese auf den Markt. Die Metzinger Firma Lechler GmbH konstruierte dafür eine Unterblütenspritzeinrichtung mit spezieller Düsenanordnung: Dabei durchfahren die Düsen den Bestand unterhalb der Blüten und behandeln so nur den unteren Bereich der Pflanzen, anstatt Pflanzenschutzmittel  von oben auf die Blüten zu sprühen. „So ist die Pflanze geschützt, ohne dass die Bienen Pilz- und Insektenbekämpfungsmittel aufnehmen, die sich als Rückstände im Honig ablagern“, so Dr. Wallner.

Bienenfreundliche Spritztechnik: mehr Pflanzenschutzmittel an Blatt und Stängel

Mittlerweile ist die Technik vom Julius-Kühn-Institut anerkannt und entspricht damit den Richtlinien für Pflanzenschutzgeräte des Bundesinstituts. Das Institut stuft die Technik außerdem als abdriftmindernd ein, bestätigt also, dass mit der DroplegUL-Technik weniger Pflanzenschutzmittel über den Wind weitergetragen werden. Testergebnisse ergeben dabei, dass es zu weniger Kontakt zwischen Bienen und Pflanzenschutzmitteln sowie weniger Rückständen in Honig und Pollen kommt.

Landwirte haben mit dieser Spritztechnik ebenfalls keine Nachteile zu verzeichnen: Die befürchteten Schäden an den Pflanzen durch das „Durchkämmen“ der Reihen mit den hängenden Dropleg-Rohren, der Unterblütenspritzeinrichtung, traten nicht ein. Auch vermehrte Ablagerungen der Pflanzenschutzmittel im Boden ließen sich bislang nicht feststellen, da die Blätter unterhalb der Blüten die Mittel auffangen. Auch das Fazit zur Verteilung fällt positiv aus: „Im Vergleich zur konventionellen Überkopfbehandlung  wird deutlich mehr Mittel im Bereich der Stängel und Blätter angelagert - dort wo der Pilz sitzt“, so Dr. Wallner.

Weitere Informationen zum Spritzverfahren sowie dem diesjährigen BEE Award der European Land Owners‘ Association finden Sie auf der Webseite der Firma Lechler GmbH.


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