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Bienensterben: BVL verpflichtet Bayer zur Beobachtung

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat das Unternehmen Bayer CropScience verpflichtet, unverzüglich ein Konzept für die Untersuchung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Clothianidin in Maispflanzen zu entwickeln und mit dem BVL abzustimmen. Nach bisherigem Stand der Untersuchungen hat laut BVL der im Pflanzenschutzmittel "Poncho" enthaltene Wirkstoff Clothianidin zu Schäden und Verlusten an rund 5000 Bienenvölkern in Südwestdeutschland geführt. Es haftete offenbar nicht ausreichend an den Maiskörnern und gelangte durch Sämaschinen eines bestimmten Typs in die Umwelt und beispielsweise auf Raps-, Löwenzahn oder Obstblüten, wo es von Bienen aufgenommen wurde. Das BVL hatte daraufhin am 15. Mai die Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Clothianidin und einer Reihe anderer Wirkstoffe außer Kraft gesetzt (siehe TASPO 23/08), was auch einige Anwendungen der Mittel im Gartenbau einschließt. Bei der aktuellen Entscheidung der Behörde geht es um mögliche Rückstände im Pollen von Mais. Denn der mit der Aussaat auf die Ackerflächen gelangte Staub des Wirkstoffs könne dazu führen, dass dieser eine für Bienen schädliche Clothianidin-Konzentration erreicht. Das BVL hat nun dem Hersteller des Pflanzenschutzmittels aufgegeben, die Konzentration des Wirkstoffs Clothianidin in Maispflanzen am Oberrhein im Juni und Juli zu untersuchen. Laut BVL werden diese Untersuchungsergebnisse ebenfalls in die Entscheidung des BVL einfließen, ob und unter welchen Bedingungen die Zulassung des Pflanzenschutzmittels "Poncho" wieder in Kraft gesetzt werden kann.