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Bilanz 2011 des Raiffeisenverbands: Schlechtes Jahr für die Gemüsebranche

Kein gutes Jahr bilanzierte Dr. Henning Ehlers, Geschäftsführer des Deutschen Raiffeisneverbandes (DRV) zufolge die Gemüsebranche. Erzeuger und Vermarkter mussten die Existenz bedrohenden Auswirkungen der EHEC-Infektionen mit einem dramatischen Preisverfall verkraften.



Verzehr-Warnungen verunsicherten die Verbraucher im vergangenen Jahr.Foto: Fotolia

Insgesamt  ziehen die 2.531 genossenschaftlichen Unternehmen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) für 2011 eine positive Bilanz.

„Das Jahr verlief turbulent, aber besser als noch vor Jahresfrist erwartet. Die genossenschaftliche Gruppe erzielte 2011 einen addierten Gesamtumsatz von 48,2 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber 2010“, so Dr. Henning Ehlers, so der DRV-Geschäftsführer.

Verunsicherte Verbraucher
Die EHEC-Infektionen in Norddeutschland im vergangenen Jahr und die offiziellen Verzehr-Warnungen für Salate, Salatgurken, Tomaten, Keimlinge und Rohkost brachten den Gemüseproduzenten und dem Handel Verluste in Millionenhöhe. Die Verbraucher waren massiv verunsichert und hielten sich beim Kauf erheblich zurück, so dass die Erzeuger große Teile der Ernte vernichten mussten. Der Preisverfall verstärkte sich noch im Juli, da die Stützungsmaßnahmen ausliefen.

Die genossenschaftliche Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft baute ihre Marktanteile aus. Der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr verbesserte sich um 8,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Die Privathaushalte in Deutschland kauften 2011 etwa ein Prozent mehr Frischgemüse, gaben aber insgesamt drei Prozent weniger aus. Im „EHEC-Monat Juni“ blieben die Mengen 14 Prozent unter dem Vorjahreswert.
2012 gelte es, das Verbrauchervertrauen zurück zu gewinnen.

Deshalb startete die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) im Februar die breit angelegte Kampagne: „Einfach naheliegend: Obst und Gemüse aus Deutschland“.


Umsatzziele nicht erreicht
Die genossenschaftliche Blumen- und Pflanzenvermarktung meldet vor allem witterungsbedingt leichte Umsatzrückgänge im Frühjahrs- und Sommergeschäft des vergangenen Jahres.

Obwohl die Absatzmengen bei einigen Kulturen etwas höher ausfielen als im Vorjahr, konnten aufgrund nachgebender Preise auf Großhandelsebene nicht die erwarteten Umsätze erzielt werden. Insgesamt halte europaweit der Trend der Verbraucher zu „grünen Produkten“ im Außen- und Innenbereich an.

Von den 89 Obst-, Gemüse-, Gartenbau- und Blumengenossenschaften im DRV sind rund 60 in der Vermarktung aktiv. Ein großer Teil des deutschen, genossenschaftlich vermarkteten Obstes und Gemüses werde nach den Leitfäden des Qualitäts- und Sicherheits-Systems (QS) erzeugt und gehandelt. Das entspreche den Verbraucherwünschen und garantiere gesunde Lebensmittel.

(drv)