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Bio-Direktvermarkter zu Umsätzen befragt

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Wie die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) bekannt gab, habe sie in den vergangenen drei Jahren Bio-Direktvermarkter zu ihren Umsätzen befragt. Dabei wurden Hofläden, Versandhändler und Wochenmarktbeschicker unter die Lupe genommen.  

Die AMI befragte Bio-Direktvermarkter wie Hofläden, Marktbeschicker und Versandhändler zu ihren Umsätzen. Foto: stokpic / Pixabay

3.830 direktvermarktende Bio-Betriebe befragt

Nahezu drei Jahre verbrachte die AMI mit der Recherche von Bio-Direktvermarktern. Es wurden dabei Adressen von insgesamt 2.948 Hofläden, 845 Versandhändlern und 244 Wochenmarktbeschickern mit Bio-Angebot in Deutschland zusammengetragen. Dabei stellte sich heraus, dass die meisten dieser direktvermarktenden Einkaufsstätten sich mit Abstand in Bayern (23 Prozent) befinden. Es folgen Baden-Württemberg (14 Prozent), Nordrhein-Westfalen (13 Prozent), Niedersachsen (12 Prozent) und Berlin/Brandenburg (9 Prozent). Die recherchierten Einkaufsstätten wurden online jeweils 2018 und 2019 über einen Fragebogen zu ihrem Bio-Umsatz und dem Bio-Anteil an ihrem gesamten Umsatz mit Lebensmitteln an Endverbraucher in jeweiligen vorangegangenen Jahren befragt. Insgesamt konnten 3.830 direktvermarktende Betriebe befragt werden.

Überraschung bei den Umsätzen von Hofläden

Von den befragten Unternehmen machten 455 Direktvermarkter Angaben zu ihren Umsätzen, davon gaben 197 Hofläden, 84 Wochenmarktbeschicker und 79 Versandhändler Informationen zu ihren Umsätzen preis. Die ermittelten Umsätze unterscheiden sich laut AMI stark nach Betrieb, spiegeln aber die Bandbreite der direktvermarktenden Betriebe gut wider. Häufig nutzen die Betriebe auch mehrere Vermarktungswege. So machen sie ihre Umsätze nicht nur mit dem Hofladen, sondern auch auf Wochenmärkten oder mit dem Versand von Abokisten. 2019 wurde deshalb die Umfrage angepasst, so dass Umsätze den einzelnen Geschäftstypen zugeordnet werden konnten, während sie in der vorherigen Befragung zum Hauptgeschäftstyp gezählt wurden. Für die Hofläden ermittelte die AMI einen durchschnittlichen Umsatz von 82.500 Euro pro Jahr. Dieser Wert liege deutlich unter den Erwartungen. Allerdings haben sich viele Nebenerwerbslandwirte beteiligt, die zum Beispiel saisonal Obst oder Kartoffeln vermarkten. Außerdem habe die AMI alle Betriebe mit mehr als 50.000 Euro Nettozukauf herausgerechnet. Diese Betriebe werden nach Definition des Projektteams "Marktdaten Naturkosthandel" zum Naturkosthandel gezählt. Der Wert liegt auch weit unter dem, was normalerweise in betriebswirtschaftlichen Berechnungen als Durchschnittsumsatz unterstellt werde. Rechnet man die Betriebe mit mehr Netto-Zukauf dazu, ergibt sich ein durchschnittlicher Jahresumsatz von 214.000 Euro, das entspreche einem normalen Hofladen.

Umsätze der Beschicker und Versandhändler ebenfalls sehr unterschiedlich

Als durchschnittlichen Umsatz der Wochenmarktbeschicker wurde ein durchschnittlicher Umsatz von 284.000 Euro ermittelt. Dabei wird nicht ein einzelner Wochenmarktstand gezählt, sondern das Unternehmen, welches die Stände betreibt. Auch hier gibt es bei den Umsätzen eine hohe Bandbreite von Betrieben mit einem Stand und 20.000 Euro und Wochenmarktspezialisten mit bis zu 11 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Auch bei den Versandhändlern differieren die Umsätze sehr. Sie liegen hier zwischen 5.000 Euro und 4,7 Millionen Euro. Im Durchschnitt erzielten die Versandhändler, zu denen auch Abokistenversender zählen, 511.000 Euro. Die Adressgrundlage hatte sich bei den Versandhandelsunternehmen für die zweite Befragungsrunde deutlich vergrößert, sodass mehr spezialisierte Händlerinnen und Händler, wie zum Beispiel Tee- oder Weinhändlerinnen und -händler, Angaben zu ihren Umsätzen machten. Auf Grundlage dieser ermittelten Werte konnte die AMI einen Gesamtjahresumsatz außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels und Naturkosthandels von 1,58 Milliarden Euro für die befragen Verkaufsstätten errechnen.

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