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Bio-Topfkräuter: Versuche zu Torfverzicht

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Das Projekt „Torfreduzierte und Torffreie Substrate für den Ökologischen Kräuterbetrieb – Erprobung, Optimierung und Wissenstransfer“ (TerÖko) will den Anteil von Torf in Substraten bei der Produktion von Bio-Topfkräutern senken. Gefördert wird das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Bei zwölf Bio-Topfkräuterproduzenten laufen die Versuche mit torfreduzierten bis hin zu torffreien Substraten. Foto: Karolina Grabowska/ Pexels

Nachfrage nach Bio-Topfkräutern stark gestiegen

Die Nachfrage nach Bio-Produkten und damit auch Bio-Topfkräutern hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Aus diesem Grund ist die Bio-Branche darin bestrebt, passende alternative Substrate mit reduziertem Torfanteil bis hin zu torffreien Substraten zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium das Projekt TerÖko ins Leben gerufen, welches auf drei Jahre ausgelegt ist und durch Mittel des BÖLN finanziert wird. Dabei entwickelt ein Konsortium aus Wissenschaft, Beratung, Praxis und Erdenindustrie stärker torfreduzierte bis hin zu torffreie Substrate für die ökologische Topfkräuterproduktion. Unter den weiteren Projektpartnern sind die Bioland Beratung GmbH, die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für den Gartenbau (LVG) Heidelberg, die Fachhochschule Erfurt, die Universität Kassel/Witzenhausen, das Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft und der Anbauberater Klaus Bongartz.

Anbauversuche in Kräuterbetrieben und Versuchsstandorten

Bongartz betreut im Rahmen des Projekts aktuell 12 Bio-Kräuterbetriebe im gesamten Bundesgebiet, bei denen Versuche mit alternativen Substraten durchgeführt werden. In diesen Versuchen werden Substrate mit einem stärker reduzierten Torfanteil bis hin zu torffreien Substraten untersucht. „Insbesondere Kräuter, die direkt in den Topf gesät werden, stellen eine große Herausforderung an das Substrat und dessen Qualität dar“, berichtet Robert Koch von der LVG Heidelberg. Anbauversuche finden dabei sowohl auf den Projektbetrieben, als auch in den Versuchsstandorten Heidelberg und Erfurt statt. Unter den Gesichtspunkten Bewässerung, Nährstoffmanagement und Pflanzenschutz sollen die alternativen Substrate dabei optimiert werden. Begleitet werden diese Versuche durch physikalische, chemische und biologische Analysen sowie einer betriebswirtschaftlichen Bewertung.

Substrate mit zehn Prozent Kompostanteil

Ein weiterer Teil des Projekts TerÖko widmet sich dem Substratbestandteil Kompost, denn nahezu jedes Substrat im Bio-Anbau enthält zu zehn Prozent Kompostanteile. „Hochwertiger Kompost sorgt für eine gesunde Pflanzenentwicklung und kann viele weitere Probleme im Anbau lösen. Allerdings schwanken die Qualitäten teils stark“, erklärt Christian Bruns vom Projektpartner Uni Kassel/Witzenhausen. In Zusammenarbeit mit der Praxis, der Kompostwirtschaft, der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. und weiteren Experten soll die Verfügbarkeit von Premium-Komposten erhöht werden. Diese Substrate mit Premium-Komposten sollen dann ebenfalls auf den Betrieben und an den Versuchsstandorten getestet werden.

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