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Biogas erfordert einiges an Technik

Noch laufen nicht viele, vielleicht eine Handvoll Biogas-Anlagen für Gartenbaubetriebe. Wer sich mit dem Gedanken trägt, sollte sich eingehend informieren, über die Anlagentechnik, über Wirtschaftlichkeit und Finanzierung und vieles andere mehr. Ein Seminar zum Thema „Biogas als alternative und erneuerbare Energiequelle“ veranstaltete das Gartenbauzentrum Straelen/Köln-Auweiler im September 2005.

Die wichtigste Botschaft vorab: Hier reicht kein Bierdeckel und kein DIN A4 Bogen, für die Planung sind ausführliche Informationen, eingehende Überlegungen und Berechnungen notwendig. Alle Beteiligten, je nach Anlage mit dem Landwirt, dem Anlagenplaner und Vertretern der Genehmigungsbehörden sollte sich zusammen an einen Tisch setzen. Wichtig ist dies auch gegenüber den Banken. Denn sie benötigen viele sachlich-fachliche Argumente. Ein Gärtner alleine hat dort wenig Kompetenz, daher ist ein Planungsbüro sowohl für die Genehmigung als auch für die Finanzierung sinnvoll. Denn eine Biogas-Anlage alleine stellt noch keinen Wert dar und lässt sich nicht beleihen, anders dagegen das angeschlossene Blockheizkraftwerk. Ein Konzept, passgenau auf den eigenen Bedarf und auf die Wirtschaftlichkeit zugeschnitten, ist daher unerlässlich.

Grundzüge der Planung

Laut Ralf Block vom Ingenieurbüro für Bioenergie Bigatec (Rheinberg) ist zunächst das grundsätzliche Anlagekonzept zu klären: Soll überwiegend Wärme oder Strom genutzt werden, ist es eine landwirtschaftliche oder gewerbliche Anlage, sollen Abfälle oder nachwachsende Rohstoffe verwertet werden?

An zweiter Stelle steht die Substratfrage: Womit soll die Biogasanlage gefüttert werden? Welche Substrate sind verfügbar, beispielsweise Mais, Getreide oder Lebensmittelabfälle. Soll es bei einen Monosubstrat bleiben oder ein Mix sein, wobei das biologische C/N-Verhältnis und die Stickstoffbelastung zu berücksichtigen sind.

Direkt abhängig von der Substratwahl ist auch die Anlagentechnik. Denn sehr viele Substrate neigen zur Bildung von Schwimmdecken, einige auch zur Bildung von Sinkschichten. Ein vollkommen durchmischter Fermenter bietet die Grundlage für einen sicheren und stabilen Prozess. Dafür kann man Rührwerke einsetzen, zum Beispiel Paddel-Rührwerke, die verhindern, dass sich oben ein Brett von Substrat bildet. Wichtig ist hier, immer akribisch und ausführlich zu dokumentieren, welches und wieviel an Substrat in die Anlage gelangt. Manche verwenden Enzyme und andere Chemikalien als Zusatzstoffe zum Substrat. Hier sollte sehr genau geprüft werden, was sie bewirken, in welcher Menge und wann. Beispiel ist eine Entschwefelung über Eisensalze oder mit Luftsauerstoff. Mehr zum Thema "Technikeinsatz und alternative Energien" finden Sie in unserem neuen Magazin, das der TASPO 2/06 beilag.