Biomasseanlagen fördern: Welche Programme gibt es?

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Wärmespeicher sind ein wichtiger Teil vieler Biomasseanlagen. Auch sie werden in den genannten Programmen gefördert. Foto: Peter Berwanger

Die CO2-Bepreisung steht vor der Tür und droht, gärtnerische Betriebe, die herkömmlich heizen, finanziell zusätzlich zu belasten. Ein Weg, das zu umgehen, ist die Nutzung von erneuerbaren Energien, etwa in Biomasseanlagen. Welche Möglichkeiten zur Förderung es dafür gibt, zeigt Technikberater Peter Berwanger nachfolgend auf.

Mehrere Förderprogramme zur Auswahl

Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sieht eine Reduktion der Treibhausgase um 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 vor. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wurden zahlreiche Maßnahmen beschlossen – unter anderem auch eine CO2-Bepreisung. Dazu startet ab 2021 ein nationales Emissionshandelssystem (nEHS), welches das Ziel verfolgt, fossile Energieträger schrittweise zu verteuern. Auf der anderen Seite gibt es seit Beginn des Jahres lukrative Förderprogramme, die Privathaushalte und Unternehmen unterstützen, wenn sie auf regenerative Brennstoffe umstellen. Hier können auch Gärtnereien profitieren, wenn der Energieträgerwechsel wirtschaftlich sinnvoll ist.

Gefördert werden können Biomasseanlagen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Im Programm „Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ kann sowohl bei BAFA als auch KfW gefördert werden. Beide unterscheiden sich hauptsächlich in der Art der Förderung. Zusätzlich bietet das BAFA noch „Heizen mit erneuerbaren Energien“ und die KfW „Erneuerbare Energien – Premium“ als Förderprogramme an.

Prozesswäre aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft

In diesem Programm besteht in Modul 2 die Möglichkeit, Biomasseanlagen entweder vom BAFA oder von der KfW fördern zu lassen. Beim BAFA erfolgt die Förderung über einen Direktzuschuss, die KfW bietet einen Kredit mit Tilgungszuschuss. Der Basisfördersatz liegt bei 45 Prozent, kleine und mittlere Unternehmen erhalten einen Bonus von zehn Prozentpunkten. Der Höchstbetrag des Zuschusses liegt bei beiden bei zehn Millionen Euro, der Kredithöchstbetrag bei der KfW bei 25 Millionen Euro. Gefördert wird in diesem Programm nach Artikel 41 AGVO.

Die für den Gartenbau relevanten Fördermöglichkeiten in Modul 2 umfassen neue Biomassekessel sowie dazugehörige:

  • Systemanbindungen
  • Brennstofflager und Fördersysteme
  • Wärmespeicher
  • Fundamente, Einhausungen
  • Messeinrichtungen
  • Geräte zur Datenerfassung
  • Planungskosten
  • Installation und Montage

Zu den wichtigen Rahmenbedingungen, die für eine Förderung vorausgesetzt werden, gehört, dass über 50 Prozent der erzeugten Wärme für Prozesse, etwa die Produktion, genutzt wird. Die Investition muss innerhalb der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt werden und eine Mindestnennleistung von 100 Kilowatt haben. Des Weiteren besteht eine Zweckbindung von drei Jahren sowie eine Dokumentationspflicht der verwendeten Brennstoffmenge für ebenfalls drei Jahre.

BAFA: Heizen mit erneuerbaren Energien

Dieses Programm bietet eine weitere Möglichkeit, Biomasseanlagen beim BAFA fördern zu lassen. Die Förderung erfolgt hier über einen direkten Zuschuss. Der Basiszuschuss liegt bei 35 Prozent, weitere zehn Prozentpunkte kommen als Prämie hinzu, wenn eine Ölheizung ausgetauscht wird. Die Investitionskosten dürfen 3,5 Millionen Euro brutto nicht übersteigen. Gefördert wird nach Artikel 41 AGVO.

Gefördert werden Wärmeerzeuger, wie etwa Biomassekessel, sowie zu diesen gehörige:

  • Filter- und Brennwerttechnik
  • Brennstoffaustragung und Fördersysteme
  • Wärmespeicher
  • Mess- und Regeltechnik
  • Planungskosten (eingeschränkt)
  • Installation und Montage

Sowie für Bestandsgebäude:

  • Heiz- und Technikraum
  • Bunker und Lagerräume
  • Abgassysteme und Schornsteine
  • Demontage Heizöltank

Die geförderte Anlage muss mindestens fünf Kilowatt Nennwärmeleistung haben, bis zu maximal einem Megawatt. Einzuhaltende Grenzwerte für CO liegen bei bis zu 250 Milligramm pro Kubikmeter Abgas, für Feinstaub bei bis zu 20 Milligramm pro Kubikmeter. Der Kesselwirkungsgrad muss mindestens 89 Prozent betragen, bei Pelletöfen mit Wassertasche 90 Prozent. Geförderte Pufferspeicher müssen bei Holzhackschnitzelanlagen eine Mindestgröße von 30 Litern pro Kilowatt haben, bei Scheitholzvergaserkesseln 55 Liter pro Kilowatt. Weiterhin muss ein hydraulischer Abgleich gegeben sein. Für Neubauten muss außerdem ein Abgaswärmetauscher oder eine Abgas-Partikelabscheidung verbaut werden.

Mehr zum Thema Fördermöglichkeiten für Biomasseanlagen und dem Programm „KfW (271): Erneuerbare Energien – Premium“ lesen Sie in der TASPO 22/2020, die am 29. Mai erscheint.

Darüber hinaus können Sie hier eine Übersicht der Förderprogramme von KfW und BAFA als PDF downloaden.

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