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Blaulicht-Report: Friedhofsgärtner für Mordserie verantwortlich?

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Ein Königspython versetzt Mitarbeiter und Kunden eines Baumarkts in helle Aufregung. In Mühlhausen stecken Unbekannte mutwillig das Gewächshaus eines Blumengroßhändlers in Brand. Und ein Friedhofsgärtner aus Lüneburg steht im Verdacht, die schlimmste Mordserie seit Kriegsende begangen zu haben.

Die Polizei wurde in den vergangenen Tagen unter anderem wegen Diebstählen in einem Baumarkt sowie Gartencenter alarmiert. Foto: Pixabay

Hochwertige Grills und Motorsägen gestohlen

Grills im Wert von über 11.000 Euro haben Unbekannte Mitte vergangener Woche aus einem Rüsselsheimer Baumarkt gestohlen. Medienberichten zufolge waren die Täter in der Nacht auf Mittwoch über das Gartencenter eingestiegen, um anschließend im Hauptgebäude insgesamt 13 Grillgeräte einzupacken.

Auf drei hochwertige Motorsägen der Marke Stihl hatten es dagegen Einbrecher in ein Gartencenter in Nideggen (Kreis Düren) abgesehen. Laut Polizeibericht drangen sie in der Nacht von Freitag auf Samstag in das Gebäude ein, indem sie eine Zugangstür gewaltsam aufhebelten.

In beiden Fällen hoffen die jeweils ermittelnden Beamten jetzt auf Zeugenhinweise.

Brandstiftung bei Blumengroßhändler

Gebrannt hatte es in der Nacht auf vergangenen Mittwoch bei einem Blumengroßhändler in Mühlhausen. Beschädigt wurde dadurch ein Gewächshaus auf dem Betriebsgelände, in dem laut Polizeibericht unter anderem Teile der Lüftungsanlage zerstört wurden. Unbrauchbar sind darüber hinaus mehrere Tomatenpflanzen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Beamten von Brandstiftung aus. Demnach wurden mutwillig Holz und Pappe bei dem Gewächshaus entzündet. Den durch das Feuer angerichteten Schaden beziffert die Polizei auf mindestens 10.000 Euro.

Königspython macht Baumarkt unsicher

Einen ungewöhnlichen Fund machten in der vergangenen Woche Baumarkt-Mitarbeiter in Buschhütten. In den Lagerräumen hatte sich nämlich ein rund anderthalb Meter langer Königspython unter einer Holzpalette versteckt. Die daraufhin gerufene Polizei rückte mit einem ehrenamtlichen Reptilienfachmann an, der die Schlange relativ zügig einfangen und – ausbruchssicher in einem Pappkarton verwahrt – ins nächste Tierheim transportieren konnte.

Damit nahm Medienberichten zufolge eine tagelange Suche nach dem Reptil, die trotz Hilfsmitteln wie Google Earth und Wärmebildkameras bis dato erfolglos verlaufen war, ein glückliches Ende.

Lüneburger Friedhofsgärtner ein Serienmörder?

Hat ein Friedhofsgärtner aus Lüneburg 29 Menschen getötet? Dieser Frage geht derzeit die örtliche Polizei nach. Ermittelt wird gegen Kurt-Werner Wichmann, der die seit 1989 vermisste Birgit Meier umgebracht haben und zudem für die sogenannten „Göhrde-Morde“ verantwortlich sein soll. In dem Fall, der 1989 bundesweit durch die Medien ging, waren zwei Paare in einem Waldstück bei Lüneburg ermordet worden.

Dass die Leiche der seit fast 30 Jahren verschwundenen Birgit Meier im vergangenen Jahr endlich gefunden wurde, ist der Hartnäckigkeit ihres Bruders Wolfgang Sielaff, ehemaliger Leiter des Landeskriminalamts Hamburg, zu verdanken. Im September 2017 ließ er den Garagenboden von Wichmanns früherem Wohnhaus aufstemmen, wo tatsächlich die sterblichen Überreste seiner Schwester begraben waren.

Auf die Spur des Friedhofsgärtners hatten Sielaff Abschiedsbriefe gebracht, die Wichmann 1993 im Gefängnis geschrieben hatte, bevor er dort Selbstmord beging. In Untersuchungshaft hatte er allerdings nicht wegen Mordverdachts gesessen, sondern weil bei einer Fahrzeugkontrolle in seinem Wagen Teile einer Maschinenpistole gefunden worden waren.

Zwar waren bereits damals bei Durchsuchungen im Haus des Friedhofsgärtners Waffen, Fesseln und andere verdächtige Gegenstände gefunden worden. Aber erst eine DNA-Analyse im Herbst 2016 brachte den Vermissten-Fall wieder ins Rollen, weil ein Blutstropfen an einer in Wichmanns Haus sichergestellten Handschelle eindeutig der vermissten Birgit Meier zugeordnet werden konnte. Zudem fand die Polizei DNA-Spuren des Friedhofsgärtners in einem Auto der „Göhrde-Morde“-Opfer.

Medienberichten zufolge zieht die zuständige Polizeidirektion Lüneburg Wichmann inzwischen als Täter für mindestens 24 weitere ungeklärte Todesfälle in Betracht. Mithilfe einer eigens dafür eingerichteten Clearingstelle sollen nun andere Dienststellen aus dem In- und Ausland ihre Fälle mit den sogenannten „Göhrde-Morden“ abgleichen können. Insgesamt 42 Dienststellen haben sich demnach bereits gemeldet, rund 100 ungeklärte Todesfälle werden derzeit geprüft.