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Blick über den Tellerrand: Konsumverhalten in der Corona-Pandemie

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Im Zuge der Corona-Pandemie zählt die Grüne Branche nicht zwingend zu den Verlierern, ganz im Gegenteil. Doch nicht alle Segmente konnten starke Umsatzsteigerungen verzeichnen, in der Floristikbranche hat man mehr mit der Krise zu kämpfen. Parallelen sieht Marketingberater Norbert Elgner hier in der Schokoladenindustrie.

Marketingberater Norbert Elgner sieht Parallelen im Konsumverhalten bei Schnittblumen und Schokolade. Foto: N. Elgner

Grüne Branche zählt zu den Gewinnern der Krise

Nach der ersten Coronawelle mit dem Lockdown im März/April war das Thema Corona und Infektionsgeschehen im Sommer schon ziemlich gebannt. Wir haben gelernt damit umzugehen, es gab Masken, die AHA-Regeln wurden weitgehend beachtet, alles schien für den Herbst annähernd normal zu laufen, wenn auch mit einer nicht ganz vergleichbaren Normalität. Leider kam es dann doch anders. Und bis jetzt hat uns noch die 2. Welle voll im Griff, trotz eines weiteren Lockdown light über Weihnachten hinaus. Vor diesem Hintergrund gab es wirtschaftlich betrachtet viele Verlierer, aber durchaus auch Gewinner. Zu den Gewinnern zählt im Pandemiejahr auch die Grüne Branche, vor allem jene Unternehmen, die einen betont pflanzenlastigen Verkauf betreiben.

Vergleich: Floristikbranche vs. Schokoladenindustrie

Plusumsätze in zweistelligen Prozentbereichen sind hier beileibe keine Einzelfälle. Die Gründe wurden an dieser Stelle schon ausgiebig erläutert. Weniger rosig dagegen stellt sich die Situation in der Floristikbranche dar, obgleich auch in dieser Geschäftskategorie in 2020 da und dort ein Plus zu Vorjahr erwirtschaftet werden konnte. Interessant ist in diesem Zusammenhang einmal über den Tellerrand hinaus auf eine Branche zu blicken, die mit Produkten handelt, die durchaus als Substitutionsartikel zu Blumen angesehen werden können. Es handelt sich um Schokolade, Pralinen und andere Schoko-Süßwaren. Beide, Blumensträuße und Schoko-Süßwaren:

  • Sind nicht unbedingt lebensnotwendig  
  • Werden häufig zum Verschenken verwendet
  • Dienen nicht selten als Stimmungsaufheller, Seelentröster
  • Werden als "Rohprodukte" aus Drittländern importiert (Beispiel Kakao)
  • Werden dort oftmals auf riesigen Farmen produziert
  • Umsatzeinbrüche auch in Süßwarenindustrie

Erhebliche Einbrüche in Schokoladenindustrie

Neuesten Berichten des schweizerischen Schokoladenverbandes zufolge, hat Corona und der Lockdown zu erheblichen Einbrüchen im Schokoladengeschäft geführt. So sank der Umsatz im zweiten Quartal um 21 %. Ähnliches berichtet auch der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Unter Berücksichtigung der aktuellen Situation und des Infektionsgeschehens dürfte sich das Manko im zweiten Halbjahr vermutlich noch verstärken. Wie weiter von Verbandsseiten der Schoko-Industrie berichtet wird, werden sich die Kakaopreise erhöhen. Denn Elfenbeinküste und Ghana, die größten Produzentenländer für Kakao, haben für ihre Farmer den garantierten Mindestpreis um 21 %! auf umgerechnet 1,50 Euro pro kg heraufgesetzt. Ziel ist, für die Farmerfamilien die Einkommenslage zu verbessern. Ähnliche Parallelen lassen sich auch in diesem Punkte für die Schnittblumenerzeugung in Drittländern ziehen.

Fazit: Prallelen zwischen Blumen und Schokolade

Zwischen Blumen und Schokolade gibt es durchaus mehrere tangierende Felder und Parallelen. In Zeiten von Corona sind in beiden Branchen Einbußen entstanden. Bei Floristen waren insbesondere die fehlenden Umsätze bei Hochzeiten, Beerdigungen, Events, Firmenfeste sowie Familienveranstaltungen dafür verantwortlich. Summa summarum jedoch fiel das Manko auf dem Blumensektor nicht ganz so gravierend aus, wie jenes, über den die Schokoladenverbände berichten. Hört man sich in Praxiskreisen von Floristikfachgeschäften um, so wird in 2020 ein annähernd gleiches Niveau wie 2019 erreicht, tendenziell eher noch um einige Prozentpunkte höher. Ergo: Blumen sind mehr noch als Schokolade, alles andere als ein Luxusartikel. Blumen sind fester Bestandteil in unserem Kulturkreis, nicht wegzudenken, selbst unter Gegebenheiten, die gesundheitlich, sozial und wirtschaftlich betrachtet zu erheblichen Einschnitten führen, wie sie für die derzeitige Pandemie zutreffen. Für viele Menschen versprühen sie ein gerüttelt Maß an positiver Ausstrahlung, an Sympathie, Verbindlichkeit und Lebensfreude. Gleichwohl muß es am Ende des Tages aber nicht unbedingt heißen: Blumen oder Schokolade, sondern Blumen und Schokolade.

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