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Bloggen, vloggen, influencen: nützlich für den Gartenbau?

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Was das Blumenbüro Holland oder Kampagnen wie „Blumen – 1000 gute Gründe“ schon lange nutzen, ist für die meisten Gartenbau-Betriebe heute noch völlig unbekanntes Terrain: die Zusammenarbeit mit Bloggern und Co. Bloggerin Melanie Öhlenbach erklärt, wie das in der Praxis funktionieren kann.

Über Neue Medien an Bekanntheit gewinnen

Melanie Öhlenbach, genannt „Mel“, betreibt den Balkon-Garten-Blog „Kistengrün“, in dem sie über ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit ihrem Sechs-Quadratmeter-Balkon berichtet. „Ich bin eher durch Zufall zum Bloggen gekommen“, sagt sie selbst – und ist damit bestes Beispiel dafür, wie eine frühere Journalistin und Tageszeitungsredakteurin erfolgreich auf die lukrative Nutzung der Neuen Medien und auf die Grüne Branche umgestiegen ist.

Sie schreibt nach eigenen Aussagen „leidenschaftlich gerne“ über Natur und Garten – und tut das auch gerne im Auftrag von passenden Firmen, ihren „Kooperationspartnern“. Und genau hier liegt auch eine Chance für Gartenbau-Betriebe, die über Neue Medien an Bekanntheit gewinnen möchten. Denn in einem viel gelesenen grünen Blog gefunden zu werden, funktioniert nicht nur schnell und effektiv – es kostet zudem deutlich weniger als herkömmliche Werbung.

Blogger einfach machen lassen

Wobei die Erwähnung in einem Blog natürlich nicht nach Wunsch, mit vorgegebenen Formulierungen oder Angeboten erfolgt – hier läuft es anders: „Legen Sie die Bedingungen fest, aber nicht den Inhalt“, rät Mel. Man sollte den Bloggern ihren Spielraum, sie „einfach machen“ lassen. Dann bekäme man ehrliches, offenes Feedback zu seinem Produkt, seiner Firmenidee.

Der Blogger schreibt in seinem Blog über seine Kooperationspartner – der User bekommt diese Informationen, eingestreut in sein eigenes Interessensgebiet, mehr oder weniger nebenbei mitgeteilt.

Nichts passiert durch Zufall

Sie arbeite hier journalistisch – anders als viele andere, eher „lifestyle-orientierte“ Blogger, sagt Mel: Gartenfragen, die von außen an sie herangetragen werden oder die sich ihr selbst zum Thema Balkongärtnern stellen, fragt sie bei Experten nach. Diese Qualität kommt an: Ihr Blog, der bereits seit Februar 2014 besteht, wurde als „Nachhaltigster Blog des Jahres“ beim Nachhaltigkeits-Blog-Award 2018 der GLS-Bank nominiert.

Natürlich passiert ein Erwähnen von Firmen, Produkten oder Dienstleistung in einem solchen Blog nicht rein zufällig: Interessierte Kooperationspartner treten aktiv an die Bloggerin heran.

Welcher Blog passt zum Gartenbau-Betrieb?

Die rät hier allerdings: Ein Unternehmen oder Gartenbau-Betrieb sollte sich schon in Vorfeld überlegen, was er genau in den neuen Medien tun möchte, welcher Blog zu ihm passt, ob dessen Qualität, Schreibstil und Optik zu ihm passt, ob dessen Interaktion mit den Fans stimmt und seine Auffindbarkeit und Reichweite im Internet gut sind – Auskunft darüber gibt das sogenannte „Mediakit“.

Gezieltes Vorgehen ist also wichtig. Wer beispielsweise eher regional bekannter werden möchte, sollte sich auch eher an regionale Blogger wenden. Die findet man laut Mel am besten über Suchmaschinen wie Google: einfach Blog und Ort eingeben und intensiv in den Blog hineinlesen, ob die Qualität stimmt.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der TASPO 35/2018, die am 31. August erschienen ist.