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Blumenbüro sieht bessere Perspektiven für Nützlingseinsatz und chemische Maßnahmen zunehmend als veraltet an

Chemischer Pflanzenschutz gehöre mehr und mehr der Vergangenheit an. Käme diese Aussage von Bio- oder Umweltorganisationen, wäre es keine Überraschung. Sie findet sich aber im Fachpresseportal des Blumenbüros Holland, und zwar gleich als erster Satz des Jungpflanzen (Ausgangsmaterial)-Newsletters Juli 2006.

Der Text fährt fort mit dem Hinweis, chemischer Pflanzenschutz werde auf ein Minimum begrenzt. Schließlich seien zunehmend wirksame natürliche Bekämpfungsmittel auf den Markt. Mit deren Hilfe würden sich die Anforderungen der Europäischen Union und der Verbraucher an die Produkte leichter erfüllen lassen.

Einige Abnehmer von Zierpflanzen, vor allem große Supermarktketten, würden strengere Anforderungen als die Behörden stellen. Insbesondere schweizerische, deutsche, österreichische und britische Supermärkte hätten in dieser Hinsicht eine Geschäftspolitik, welche über offizielle Vorschriften hinausgeht.

Die Veröffentlichung des Blumenbüros spricht dann die stark zunehmende Bedeutung des Einsatzes von Amblyseius swirskii - einer Raubmilbe - an.

In den Niederlanden würden mittlerweile jährlich 500 Millionen Stück Amblyseius swirskii verkauft. Dieses Tier stehe jetzt an zweiter Stelle der meistverkauften Nützlinge. Die zur gleichen Familie gehörende Raubmilbe Amblyseius cucumeris bleibt aber die Nummer 1. Für einen Hektar Rosen sind eineinhalb Millionen Amblyseius swirskii-Milben nötig. Die Freisetzung erfolgt, sobald Befall mit Spinnmilben, Weißer Fliege oder Thrips im Anfangsstadium zu sehen ist.

Der Einsatz von Amblyseius swirskii gilt als nicht billig. Doch die günstigen Eigenschaften dieses "mordlustigen Vielfraßes" machen die Investition - so jedenfalls die Einschätzung des Blumenbüros Holland - dennoch rentabel. Insbesondere, wenn eben die erwähnten Supermarktorganisationen sich eine nachhaltige Produktion auf die Fahnen geschrieben haben.