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Blumengroßhandel: Teile von Florimex vor der Übernahme

Baardse und C. van Starkenburg, beides Firmenteile der insolventen Florimex-Gruppe (NL-De Kwakel), könnten kurz vor einem Neuanfang stehen. Sie sollen jeweils einen Käufer gefunden haben. Wer, ist noch nicht bekannt, das meldet das niederländische Vakblad voor de Bloemisterij.

Florimex auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen. Foto: Edwin Hanselmann

Es beruft sich auf Angaben des Konkursverwalters Marc R. van Zanten von der Kanzlei Derks Star Busmann (NL-Amsterdam). Rund 30 Mitarbeiter sollen so ihren Job behalten können. Die Namen der Käufer will er vorerst noch nicht veröffentlichen, da die Übernahmen noch nicht ganz abgeschlossen sind.

Nach weiteren Angaben soll Florimex einen Schuldenberg durch Lieferantenkredite von 15 Millionen Euro, Bankkredite von zwei Millionen Euro und Kredite weiterer Geldgeber um 25 Millionen Euro oder noch mehr hinterlassen haben. C. van Starkenburg war für Schnittblumen und Direktbelieferung des europäischen Großhandels zuständig, Baardse lieferte international Pflanzen und floristische Dekorationen an Groß- und Einzelhandelsunternehmen.

Inzwischen spekuliert die niederländische Fachzeitschrift FloraCulture International auf ihrer Internetseite über die Gründe für den Konkurs der Florimex. Greens aus der Florimex-Gruppe handelte vor allem mit Schnittgrün und hatte als erstes schließen müssen, da sich Lieferanten in Zentralamerika weigerten, neue Lieferungen zu senden, nachdem ihre Rechnungen unbezahlt blieben.

Inzwischen bekam Sierafor Probleme mit den Gewerkschaften, da sie niederländische Arbeitnehmer entlassen und durch polnische Leiharbeiter ersetzt hatte. Anfang April hatten sich Sierafor und die Mitarbeiter vor Gericht auseinandergesetzt, ausstehende Löhne hätten bezahlt werden müssen. Sierafor produzierte Blumensträuße für europäische Supermarktketten.

In diesem Jahr hätten Händler wie Sierafor Verträge für Tulpenlieferungen mit den Ketten für elf bis zwölf Cent unterschrieben, schreibt FloraCulture International weiter. Wegen der kühlen Witterung Anfang des Jahres waren nicht genügend Tulpen am Markt. Die Unternehmen waren gezwungen, an der Versteigerungsuhr zusätzliche Mengen einzukaufen.

Und an manchen Tagen schnellten die Preise für die Schnittblume Tulpe in die Höhe auf bis zu 20 Cent pro Stiel. Entsprechend hohe Verluste hätten sich durch die Lieferverträge für Millionen Tulpen für Aldi, Lidl, Migros, Carrefour and Tesco in den ersten Monaten des Jahres ergeben. Im März habe der durchschnittliche Tulpenpreis bei der Versteigerung um die 15 Cent gelegen.

Und auch heute noch sind die Preise teils über den in den Verträgen vereinbarten Preisen für Lieferanten und Einzelhandelsketten. Im März verlor Sierafor mit Kaufland einen bedeutenden Kunden in Deutschland. Der Finanzinvestor Bencis (NL-Amsterdam), seit acht Jahren Eigentümer der Florimex Gruppe, wollte die Verluste nicht weiter tragen, beantragte zunächst Zahlungsaufschub, dann Konkurs.

Auswirkungen sieht FloraCulture International auch auf die verschiedenen Gläubiger sowie auf die Versteigerung FloraHolland zukommen. Sie mussten bereits den Konkurs des Blumengroßhändlers Ciccollella verkraften, jetzt auch noch Florimex. Auch stehen entsprechend große angemietete Flächen im VBA-Zuid Gewerbegebiet der Versteigerung in Aalsmeer leer. Florimex war erst Ende 2011 an diesen neuen Standort gezogen. (fri)