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Blumengroßmärkte: regionale Ware Gewinner im Ostergeschäft

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Die Umsatzergebnisse der Blumengroßmärkte zum Osterfest waren überraschend gut, die noch im März befürchtete Katastrophe blieb aus. Das ist das Ergebnis unserer Umfrage zum diesjährigen Ostergeschäft unter den Mitgliedern der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte (VDB).

„Verkauft wurde alles was blühte“, so das Resümee vieler Blumengroßmärkte zum diesjährigen Ostergeschäft. Foto: Cordula Kropke/BGM Hamburg

„Arbeiten im Dauerlauf“ auf dem Blumengroßmarkt Hamburg

Aus Hamburg berichtete Klaus Bengtsson von „Arbeiten im Dauerlauf“, der Absatz der Topfpflanzen-Erzeuger und des Pflanzengroßhandels lief „sehr gut“. Ebenfalls der Schnittblumenabsatz, obwohl es im Großhandel/Import Beschaffungsschwierigkeiten gab. „Die regionale Erzeugung ist stark im Vorteil, Tulpen waren zum Marktende nahezu ausverkauft“, hieß es etwa für den 8. April. Zurückgeführt wird die positive Entwicklung neben dem schönen Wetter auf die seit dem 4. April wieder erlaubte Öffnung der Blumengeschäfte in Niedersachsen, „es gab einen enormen Nachholbedarf“.

Der Absatz von Maiblumen stockte in Hamburg, da „die Konfirmationsfeiern abgesagt“ wurden. Schwierigkeiten hatte auch der Importgroßhandel etwa bei Salal (aus Kanada), Lederfarn (Florida), Chico (Mexiko) oder Schnitt-Efeu aus den Niederlanden. Verkauft wurde aus den Lagerbeständen, „Nachlieferungen sind fraglich“, meint Klaus Bengtsson. „Eine „spürbare Nachfrage nach neuen Marktausweisen“, wurde in Hamburg wahrgenommen. „Von Einzelhändlern, die bisher direkt aus den Niederlanden beliefert wurden, die haben jetzt Schwierigkeiten“.

Diese Entwicklung hat auch Michael Schoser vom Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt Rhein-Main (BZG) in Frankfurt am Main beobachtet: „Es gab zahlreiche Neukunden-Anfragen, viele ehemalige Kunden kommen wieder.“ Ebenfalls sei der „Einzugsradius gewachsen.“ Zudem hätten „auffallend viele Blumeneinzelhändler aus Bayern“ den Weg zum BZG gefunden.

Ostergeschäft in Baden-Württemberg kann sich sehen lassen

Die Lockerung der Beschränkungen für die Floristen hat in Baden-Württemberg – erlaubt ist seit dem 4. April der Verkauf vor der Tür mit „Vertrauenskasse“ – ebenfalls die Umsätze angekurbelt. Man könne von „einem richtigen Ostergeschäft reden“ meint der Geschäftsführer des Stuttgarter Blumengroßmarkts, Gert Hieber. „Zu Beginn der Osterwoche waren einzelne Anbieter ausverkauft“. Die ersten Rosen aus regionaler Erzeugung waren Renner, da „aus Kenia nichts mehr kommt“, so Gert Hieber.

Auch auf den anderen Blumengroßmärkten in Baden-Württemberg konnten sich die Umsätze sehen lassen. „Der Endspurt war super, unsere Anbieter sprachen Gründonnerstag von besseren Umsätzen als an einem guten Muttertag“, berichtet Hans-Georg Biller vom Blumengroßmarkt in Mannheim. Auf dem Blumengroßmarkt Karlsruhe waren in den zwei Tagen vor Karfreitag „extrem viele Kunden in der Halle, der Umsatz beim Schnitt hat sich verdreifacht“, meint Geschäftsführer Felix Glück. Den freut: „Es gab fast keine Kampfpreise“. Allerdings „gehörten Zwiebelblumen in den vergangenen Wochen zu den Top-Verlierern“.

„Gute Osterumsätze nur eine Momentaufnahme“

In Nordrhein-Westfalen spricht Jörg Breitenfeld vom Blumengroßmarkt Düsseldorf von „mehr als erfreulichen Umsätzen“ in der Woche vor Ostern, „wir werden möglicherweise sogar das Vorjahresniveau erreichen, extrem gut war der Tulpenabsatz“. Herbert Kettermann vom Blumengroßmarkt Dortmund hat „so eine Nachfrage nur ganz selten erlebt“. Bezogen auf Gewinner und Verlierer wählt er die gleichen Worte wie Klaus Bengtsson aus Hamburg: „Verkauft wurde alles was blühte, egal was.“

Raimund Korbmacher vom Blumengroßmarkt Köln warnt aber „vor Euphorie“ und verweist auf das Minus im gesamten März. „Die guten Osterumsätze sind nur eine Momentaufnahme“. Erfreulich sei aber: „Gewinner zu Ostern war die regionale Ware“.

Wie das Ostergeschäft bei den Floristen sowie den Vermarktern Landgard und Veiling Rhein-Maas gelaufen ist, lesen Sie in der diese Woche erscheinenden TASPO 16/2020.

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